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Startseite»Nachrichten»Aus für „Made in Germany“: Playmobil verlagert komplette Produktion ins Ausland
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Aus für „Made in Germany“: Playmobil verlagert komplette Produktion ins Ausland

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 23, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Aus für „Made in Germany“Playmobil verlagert komplette Produktion ins Ausland

Das Ehepaar „Schwarzwald Marie“ und Hannes in traditioneller Tracht. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Die letzte Playmobil-Figur „Made in Germany“ ist produziert: Der Spielzeughersteller verlagert seine Fertigung komplett ins Ausland und schließt das Werk in Mittelfranken. Während das Unternehmen den Schritt mit hohen Kosten begründet, beklagen Beschäftigte und Gewerkschaft den Umgang mit der Belegschaft.

Die Playmobil-Produktion in Deutschland ist Geschichte: Eine Woche vor der offiziellen Schließung des Werks in Mittelfranken sind die verbliebenen Beschäftigten gegen Bezahlung freigestellt worden. „Die Produktion ruht“, sagte ein Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group. 

Die Produktion der international bekannten Playmobilfiguren soll aus Kostengründen in den Werken in Malta und Tschechien gebündelt werden. Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik sollen dem Sprecher zufolge in Deutschland bleiben. „Playmobil bleibt als traditionsreicher Spielzeughersteller in Deutschland verwurzelt“, sagte er. 

Der Hersteller aus dem mittelfränkischen Zirndorf hatte im Februar überraschend verkündet, das Werk in Dietenhofen zum 30. Juni zu schließen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde ein Sozialplan mit einer Transfergesellschaft sowie Abfindungen für die rund 350 betroffenen Beschäftigten vereinbart. 

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte damals nicht nur die Schließung als falschen Schritt, sondern auch die Kommunikation. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einiges für eine Trendumkehr bei dem angeschlagenen Hersteller spreche. Eine Woche später wurde die Belegschaft über die Verlagerung der Produktion in Dietenhofen informiert.

„Das war eine Katastrophe. Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte der Playmobil-Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich. Wie viele andere seiner Kolleginnen und Kollegen war er seit vielen Jahren in dem traditionsreichen Werk beschäftigt. Der Betriebsrat sei an dem Tag erst kurz vor der Belegschaft informiert worden, sagte er. „Man hat einen wertschätzenden Umgang absolut vermisst.“

Die Spielwelten von Playmobil verkauften sich in den vergangenen Jahren zunehmend schlechter, der Hersteller verzeichnete wiederholt Umsatzrückgänge. Die Schließung des Werks in Dietenhofen sei aufgrund der hohen Lohn- und Energiekosten unausweichlich gewesen, sagte der Sprecher. Ziel sei es, wieder nachhaltig zu wachsen und das Unternehmen zu stabilisieren.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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