Abgang bei DEL-Klub
Torhüter spielt lieber in Russland als fürs Nationalteam
24.06.2026 | 19:41 Uhr
Er tauscht Deutschland gegen Russland – und zahlt dafür einen hohen Preis: Eishockey-Torhüter Henrik Haukeland darf fortan nicht mehr für die norwegische Nationalmannschaft spielen. Mit der hatte er bei der WM erst groß aufgetrumpft.
Für die Straubing Tigers ist es ein schwerer Verlust – und für den Spieler selbst ebenfalls. Dass Top-Torhüter Henrik Haukeland den Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verlässt, hat für den Norweger selbst weitreichende Konsequenzen. Denn er wechselt in die russisch-dominierte KHL.
Für den norwegischen Verband ein No-Go. Haukeland war bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz, als die Norweger Bronze gewinnen konnten, zum besten Goalie gewählt worden. Doch weil er nun einen Vertrag bei HK Traktor Tscheljabinsk unterschrieben hat, schließt ihn Norwegen von der Nationalmannschaft aus. „Nun steht er der norwegischen Nationalmannschaft nicht mehr zur Verfügung“, sagte Petter Salsten, Generalsekretär des norwegischen Eishockeyverbands, der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“. Der Grund dafür ist, dass Spieler, die einem Verein in Russland angehören, aufgrund des Boykotts Russlands nicht für eine norwegische Nationalmannschaft antreten dürfen.
In Straubing hatte der 31-Jährige noch einen Kontrakt für die kommende Saison, er löste seinen Vertrag vorzeitig auf. „Ich habe mich entschieden, eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen und Straubing zu verlassen“, wird Haukeland in der Mitteilung der Tigers zitiert: „Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber ich glaube, dass es für mich die richtige ist.“ Haukeland war zur Spielzeit 2025/26 von der Düsseldorfer EG an den Pulverturm gewechselt, vorher hatte er für Red Bull München gespielt.
„Finanzielle Bedingungen waren Teil der Abwägung“
Dass er sich mit seiner Entscheidung vom Nationalteam entfernt hat, nimmt er in Kauf. „Ich verstehe, dass die Menschen unterschiedliche Meinungen zu meiner Entscheidung haben werden“, sagte er dem „Hamar Arbeiderblad“: „Das Wichtigste für mich ist, dass die Leute verstehen, dass dies eine Entscheidung ist, über die ich lange nachgedacht habe, und dass sie auf der Grundlage dessen getroffen wurde, was ich für das Beste für meine Karriere und meine Zukunft halte.“
Sein Wunsch sei gewesen, in die NHL zu wechseln, von dort erhielt er aber kein Angebot. „Ich will auch nicht verhehlen, dass die finanziellen Bedingungen Teil der Abwägung waren. Als Profisportler hat man ein begrenztes Karrierefenster, und es wäre unehrlich zu sagen, dass dies keine Rolle gespielt hätte.“
Haukelands neuer Verein liegt in Tscheljabinsk, der siebtgrößten Stadt Russlands. Der Verein gehört Aleksej Teksler, der auch Gouverneur der Region Tscheljabinsk ist. Teksler war einst stellvertretender Minister im russischen Energieministerium und hatte mehrere Ämter in der russischen Staatsverwaltung inne. Er gehört der Partei von Präsident Wladimir Putin „Einiges Russland“ an und steht auf den Sanktionslisten mehrerer westlicher Staaten.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara
