Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht mehr als 600 ukrainische Drohnen abgewehrt – und damit wohl den heftigsten Angriff seit Jahresbeginn. Unterdessen ist Justizministerin Hubig in Kiew eingetroffen.
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben aus Moskau in der Nacht massiv mit Drohnen angegriffen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass 660 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt worden seien.
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass bezeichnete dies als heftigsten Drohnenangriff seit Jahresbeginn. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, 47 ukrainische Drohnen seien auf dem Weg in Richtung der russischen Hauptstadt abgeschossen worden. Über Opfer oder Schäden sagte er nichts.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Schäden an Industrieanlage gemeldet
Der Gouverneur der südlich von Moskau gelegenen Region Tula, Dmitri Miljajew, schrieb bei Telegram von 157 über dem Gebiet abgewehrten Drohnen. Miljajew zufolge wurden in Nowomoskowsk eine Hochspannungsleitung und ein Industriebetrieb beschädigt.
Das unabhängige russische Onlinemedium Astra berichtete, in Nowomoskowsk seien eine Chemiefabrik und ein Wasserkraftwerk angegriffen worden und in Brand geraten. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine Anlage des Unternehmens Azot, das nach ukrainischer Darstellung Explosivstoffe an die russische Armee liefert.
Die Ukraine hat ihre Luftangriffe auf russische Militäranlagen und Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Vergangene Woche hatte ein ukrainischer Angriff einen Großbrand in einer Raffinerie im Südosten Moskaus verursacht.
Hubig in Kiew eingetroffen
Währenddessen ist Stefanie Hubig zu ihrem ersten offiziellen Besuch als Bundesjustizministerin in Kiew eingetroffen. Dort sind Gespräche mit Vertretern der Regierung und Zivilgesellschaft geplant, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte.
Ebenfalls vorgesehen ist die Unterzeichnung eines Arbeitsprogramms zur Zusammenarbeit zwischen den Justizministerien beider Länder bis 2028.
