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Pläne werden so nicht kommen: Massiver Jobabbau bei VW: „Die Zahl soll Angst machen“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Pläne werden so nicht kommenMassiver Jobabbau bei VW: „Die Zahl soll Angst machen“

26.06.2026, 12:02 Uhr Von Christina Lohner
VW-Mitarbeiter-montieren-ein-Reisemobil-Volkswagen-California-6-1-in-der-California-Fertigung-in-Hannover-Das-Reisemobil-darf-nach-dem-Ende-des-Basismodells-T6-1-noch-zwei-Monate-weiter-gebaut-werden
Produktion in Hannover – das Land Niedersachsen dürfte eine Schließung des Werks nicht zulassen. (Foto: picture alliance/dpa)

Der VW-Konzern will seine Stellenstreichungen drastisch ausweiten. In einem Bericht ist von insgesamt bis zu 100.000 Arbeitsplätzen die Rede. Die Zahl dürfte jedoch bewusst zu hoch gegriffen sein.

Das Management des VW-Konzerns will Insidern zufolge in den nächsten Jahren weitere Zehntausende Arbeitsplätze abbauen. In einem Bericht des „Manager Magazins“ ist von bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Stellen die Rede. Bisher war eine Reduzierung von 50.000 Jobs bis 2030 das Ziel, solche Pläne würden somit einer Verdopplung entsprechen. Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn die Überlegungen von VW-Chef Oliver Blume muss der Vorstand mit der Arbeitnehmerseite verhandeln – und die will den Abbau mit aller Macht verhindern. Betriebsrat und IG Metall sind zudem nicht die Einzigen, die die Pläne abschwächen dürften.

„Die Zahl 100.000 ist sicherlich etwas hoch gegriffen, soll Angst machen und für Verhandlungsbereitschaft der Belegschaft sorgen“, sagt Branchenexperte Frank Schwope ntv.de. „Der Großaktionär Niedersachsen wird eine Schließung der Werke in Hannover und Emden mit Sicherheit ausschließen“, stellt der Automotive Consultant und Lehrbeauftragte der Fachhochschule des Mittelstands Berlin klar. Das Land hat im Aufsichtsrat de facto ein Vetorecht, kann Werksschließungen somit verhindern. Laut „Manager Magazin“ stehen mittelfristig vier Werke auf der Kippe: Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Mit dem Auslaufen der dort aktuell gefertigten Modelle würde die Produktion dem Plan zufolge gestoppt werden, hieß es.

Bis mindestens 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis dahin ausgeschlossen, der bisher geplante Stellenabbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen. Der Einigung waren hart geführte Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmerseite vorausgegangen.

Grundsätzlich halten Branchenexperten einen groß angelegten Stellenabbau bei den deutschen Autobauern allerdings für unumgänglich, neben VW dürften bald weitere Hersteller entsprechende Pläne präsentieren. „Die Konzerne müssen permanent ihre Strukturen anpassen, wozu auch die Mitarbeiterzahl gehört“, sagt Schwope. „Alle deutschen Autohersteller sind Dauerbaustellen. Nach der Disruption durch die Elektromobilität steht Ende des Jahrzehnts die nächste Disruption durch das autonome Fahren an, was noch schmerzhafter werden kann.“

Wie die Arbeitnehmervertreter fordert der Branchenkenner vom Management, nicht nur durch Stellenstreichungen, sondern auch durch die Autos und andere Strukturen wieder wettbewerbsfähig zu werden. „Es fehlt bei Volkswagen die Vision, wie man wieder mehr als zehn Millionen Autos pro Jahr verkaufen kann“, kritisiert Schwope. „Toyota hat 2019 noch weniger Fahrzeuge als Volkswagen verkauft, zeigt den Wolfsburgern aber seit Jahren mit mehr als elf Millionen Autos die Rücklichter.“ Der VW-Konzern müsse dringend neue Segmente und neue Märkte erschließen, vor allem in Südostasien und Indien. Daneben seien neue Kooperationen für die Feststoffbatterie und das autonome Fahren nötig, um zur Konkurrenz aufzuschließen.

Quelle: ntv.de

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