Last-Minute-Tor zählt nicht
Ein Hauch stürzt Kroatien ins Tal der Tränen
03.07.2026 | 05:48 Uhr
Kroatien scheitert bei der Fußball-WM mit einem dramatischen 1:2 an Portugal. Ganz spät im Spiel bejubeln die Kroaten den vermeintlichen Ausgleichstreffer. Doch der Schiedsrichter entscheidet auf Abseits – mit Hilfe der modernen Technik.
Es läuft die 13. Minute der Nachspielzeit. Kroatien versucht beim Stand von 1:2 im WM-Sechzehntelfinale gegen Portugal mit letzter Kraft, ein Tor zu erzielen. Noch eine Flanke tief in den Strafraum, Mario Pasalic leitet auf Josko Gvardiol weiter, und der frühere Bundesliga-Profi drückt den Ball ins Tor. Die kroatischen Nationalspieler jubeln euphorisch – aber nicht lange. Schiedsrichter Espen Eskas entscheidet nach dem Studium der Videobilder auf Abseits. Warum?
Ronaldo-Spektakel und Kroatien-Frust
Den entscheidenden Hinweis bei der Bewertung des vermeintlichen Treffers liefert die Technik im WM-Ball „Trionda“. Durch den eingebauten Chip lässt sich genau erfassen, wann und mit welcher Stärke der Ball berührt wird – auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer am Bildschirm wird das mit einer Grafik visualisiert. Bei der Überprüfung kam heraus: Während der Flanke auf Pasalic touchierte der Ball den Kopf von Igor Matanovic, und zum Zeitpunkt dieser Ballberührung stand Pasalic im Abseits.
Kroatien-Trainer sauer: Emotionen werden „gekillt“
„Man denkt, man hat getroffen und man freut sich – und dann kommt VAR“, sagte Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic mit Blick auf den Einsatz des „Video Assistant Referees“. Man habe gesehen, „in welchem Ausmaß Emotionen gekillt werden. Das nimmt einem den Spaß am Fußball“, sagte der Coach. Der VAR könne manchmal hilfreich sein. „Aber es killt die Emotionen, das ist nicht leicht, damit umzugehen. Der Fußball sollte fair sein, aber mit VAR sind wir zu weit gegangen“, sagte Dalic.
Portugals Trainer Roberto Martínez verwies auf den Chip im Ball. „Es ist klar, warum sich der VAR einschaltete. Der Sensor zeigte an, dass der Ball berührt wurde. Das ist eines der Beispiele, das zeigt, wie Technologie dem Sport hilft“, sagte er. „Der Chip bewies, dass erst Matanovic am Ball war, und deshalb war es Abseits. Es ist schade, dass es heute einen Verlierer geben musste, aber es war keine Fehlentscheidung.“
Verwendete Quellen: ntv.de, msc/dpa
