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Startseite»Nachrichten»Parteitag eröffnet: Chrupalla: AfD steht bereit zum Regieren
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Parteitag eröffnet: Chrupalla: AfD steht bereit zum Regieren

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Parteitag eröffnetChrupalla: AfD steht bereit zum Regieren

Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla nannte bei der Begrüßungsrede des Erfurter Bundesparteitags die Gegendemonstranten rund um die Veranstaltung „Demokratieverächter“. (Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Zum Auftakt ihres Bundesparteitags in Thüringen formuliert die AfD-Parteispitze einen klaren Machtanspruch. Die Partei sei bereit, zu regieren, sagt der Co-Vorsitzende Chrupalla. Mit-Chefin Weidel richtete eine Kampfansage an politische Gegner.

Die AfD hat sich zum Auftakt ihres Bundesparteitags in Erfurt zur Übernahme von Regierungsverantwortung bereit erklärt. „Wir werden gewinnen“, sagte der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla bei der Begrüßung der Delegierten. „Vielleicht können wir bald schon allein regieren“, fügte er mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland hinzu. „Das wäre das richtige Zeichen an die Demokratieverächter, die da draußen unseren Parteitag verhindern wollten.“

Der Auftakt des Parteitags war von massiven Gegenprotesten begleitet. Das sich als antifaschistisch verstehende Bündnis „Widersetzen“ hatte sich zum Ziel gesetzt, den Parteitag durch Blockaden komplett zu verhindern. Die ersten Delegierten waren aber bereits in der Nacht vor Beginn der Straßenblockaden in Bussen zum Tagungsort in den Erfurter Messehallen gekommen. Der Parteitag konnte pünktlich eröffnet werden.

Weidel: „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen!“

Chrupalla warf den Demonstrierenden vor, „gegen die demokratische Willensbildung“ zu protestieren. „Sie glauben, im Alleinbesitz der Demokratie zu sein. Diesen Demonstranten sage ich: Diese Demokratie ist genauso unsere Demokratie wie eure.“ Parteitage abzuhalten sei ein „verbrieftes Recht“, sagte Chrupalla weiter. „Diese Chaoten sind das letzte Aufgebot unserer parteipolitischen Konkurrenz.“

Auch AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel richtete eine Kampfansage an politische Gegner und Gegendemonstranten. „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen! Ganz im Gegenteil, wir werden immer stärker und größer!“, rief sie bei ihrer Rede unter großem Jubel in den Saal. Sie rief ihre Partei dazu auf, das Land in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen.

„Gefährliche, faschistische Partei“

Die Protestler hingegen verteidigen ihre Aktionen rund um den Parteitag in Erfurt: „Die AfD ist eine gefährliche, faschistische Partei“, sagte Noa Sander, Sprecherin des Bündnisses „Widersetzen“. Die Partei wolle Massenabschiebungen, ethnische Säuberungen und „die Umsetzung einer faschistischen Agenda – und zwar heute hier in diesen Messehallen in Erfurt -, und das dürfen wir nicht zulassen.“ Das Bündnis sei mit 17.000 Menschen vor Ort, so Sander, die den Protest als Erfolg bezeichnete. Die Polizei sprach von insgesamt 20.000 Protestierenden.

Viele AfD-Delegierte beim Parteitag schwenkten Deutschland-Fahnen. Weidel sagte, aktuell habe die AfD 75.000 Mitglieder, ein deutlicher Anstieg. Ende 2024 waren es noch gut 50.000. Sie sei überzeugt, dass man schnell die 100.000 knacken werde, so Weidel. Die politischen Gegner hätten der AfD den Tod vorausgesagt. Das Gegenteil sei der Fall. Man sei auf Wachstumskurs und bereit, Verantwortung zu übernehmen. 

Die in Umfragen erstarkte AfD wolle sich als einigende Kraft präsentieren, betonte auch Chrupalla. „Wir stehen für Einigkeit, nicht für Spaltung.“ Das Ziel der AfD sei, „dass in Deutschland alle gemeinsam ‚Wir‘ sagen können.“ Die anderen Parteien müssten es akzeptieren, wenn die AfD Wahlen gewinne. „Das ist das Schöne an der Demokratie, das ist der Wählerwillen“, sagte Chrupalla. „Wahlen sind das wahre Fest der Demokratie.“

Kritik an Brombeer-Koalition in Thüringen

Chrupalla kritisiert auch die Koalition aus CDU, BSW und SPD in Thüringen, die sich gebildet hatte, nachdem die AfD dort bei der Landtagswahl 2024 die meisten Stimmen geholt hatte. „Wir müssten in Thüringen eigentlich regieren. Aber die Wahlverlierer haben sich zusammengeschlossen“, sagte Chrupalla beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Die sogenannte Brombeer-Koalition in Thüringen habe keine eigene Mehrheit. „Und das ist auch kein Modell für die Zukunft.“

Die Thüringer AfD holte 2024 mit ihrem damaligen Spitzenkandidaten Björn Höcke 32,8 Prozent und wurde stärkste Kraft in dem Bundesland. Doch die AfD steht im Freistaat isoliert da. CDU, BSW und SPD bildeten eine Koalition, die im Parlament genauso viele Sitze hat wie die Opposition aus AfD und Linken.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/dpa

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