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Startseite»Nachrichten»Flüssigerdgas aus den USA: Deutsche LNG-Importe steigen trotz Iran-Krieg
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Flüssigerdgas aus den USA: Deutsche LNG-Importe steigen trotz Iran-Krieg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Flüssigerdgas aus den USADeutsche LNG-Importe steigen trotz Iran-Krieg

Das Regasifizierung-Schiff „Neptune“ liegt im Hafen Mukran in Sassnitz. (Foto: picture alliance/dpa)

Trotz der Verwerfungen auf dem Weltmarkt durch den Konflikt am Persischen Golf wird im ersten Halbjahr mehr Flüssigerdgas nach Deutschland gebracht als im Vorjahreszeitraum. Dennoch geht der Krieg nicht spurlos an den deutschen LNG-Terminals vorbei.

Trotz des Iran-Kriegs ist der Anteil des über die deutschen LNG-Terminals eingeführten Erdgases am Gesamtimport weiter gestiegen. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) kamen im ersten Halbjahr rund 12 Prozent über die Terminals an Nord- und Ostsee. 2025 lag der Anteil früheren Angaben zufolge bei rund 10 und 2024 bei 8 Prozent.

Insgesamt wurden laut BNetzA rund 551 Terawattstunden (TWh) Gas importiert. Als verflüssigtes Erdgas (LNG) per Schiff kamen demnach rund 67 Terawattstunden an. Im ersten Halbjahr 2025 waren es laut früheren BNetzA-Angaben rund 39 Terawattstunden (von rund 491 TWh Gesamtimporten).

Der Iran-Konflikt hatte die LNG-Produktion in Katar und den Handelsweg durch die Straße von Hormus stark gedrosselt. Durch die Meerenge werden normalerweise 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases transportiert.

Iran-Konflikt mit indirekter Auswirkung

Die BNetzA erklärte aber: „Gas vom Persischen Golf spielt für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle, da Deutschland seine LNG-Lieferungen aktuell aus den USA bezieht.“ Trotz der Ausfälle der insbesondere katarischen LNG-Mengen habe zudem die weltweite LNG-Verflüssigungsmenge im Mai 2026 bereits wieder das Vorjahresniveau erreicht beziehungsweise sogar leicht übertroffen.

Ganz ohne Folgen bleibt der Konflikt für die hiesigen Terminals aber dennoch nicht. „Seit der Beeinträchtigung der Schifffahrt im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten gab es im internationalen LNG-Handel tiefgreifende Veränderungen“, sagte etwa ein Sprecher der Deutschen Regas, die das Rügener LNG-Terminal in Mukran betreibt. „Internationale Gashändler haben für Europa vorgesehene Lieferungen nach Asien umgeleitet.“ Davon sei auch das eigene Terminal betroffen gewesen.

Die bundeseigene Deutsche Energy Terminal Gesellschaft (DET) betreibt inzwischen drei Terminals an der Nordseeküste: zwei in Wilhelmshaven und eines in Brunsbüttel. Über alle drei Terminals gerechnet lag die Auslastung laut DET im ersten Halbjahr bei rund 72 Prozent und damit höher als im ersten Halbjahr 2025 (rund 63 Prozent). Nur sehr wenige Lieferungen seien infolge der Konkurrenz mit dem asiatischen Markt abgesagt worden.

Betreiber bauen Kapazität aus

Nachdem das deutsche Ostsee-Terminal zeitweise jenes mit der größten Einspeisung war, verzeichneten im ersten Halbjahr die Nordsee-Terminals jeweils eine höhere Einspeisung. Das geht aus Daten von Europas Gasinfrastruktur-Betreibern (GIE) hervor, auf die auch die BNetzA verweist.

Demzufolge kamen über die DET-Terminals im ersten Halbjahr rund 54 und über das Rügener Terminal rund 13 Terawattstunden. Beide Betreiber planen den Ausbau ihrer Kapazitäten. Die DET will im September mit einem weiteren schwimmenden Terminal im niedersächsischen Stade ans Netz gehen. Die Deutsche Regas will in Mukran zusätzlich zu dem vorhandenen Terminalschiff ein zweites stationieren. Das Unternehmen ließ aber offen, wann.

Die Bundesregierung hatte den Aufbau von LNG-Terminals an Nord- und Ostsee nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Zuvor verfügte Deutschland nicht über solche Terminals, mit denen per Schiff geliefertes verflüssigtes Erdgas angelandet werden kann, und bezog sein Gas nur über Pipelines, vor allem aus Russland. Mittlerweile kommt das meiste Erdgas per Pipeline aus Norwegen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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