Afrika-Korps unter BeschussRebellen in Mali attackieren Konvoi mit russischen Söldnern
Das russische Afrika-Korps unterstützt Malis Militärjunta im Kampf gegen Aufständische. Nun gerät ein Konvoi mit Kreml-Söldnern und malischen Soldaten unter Beschuss. Die Luftwaffe Nigers kommt den Angegriffenen zur Hilfe.
Im Norden Malis ist ein Konvoi mit malischen Soldaten und Kämpfern des russischen Afrika-Korps angegriffen worden. Dies sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen sowie der Sprecher einer bewaffneten Gruppe. Die von Tuareg geführte Rebellengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) bekannte sich zu dem Angriff.
Der Konvoi war den Angaben zufolge auf dem Weg in die Stadt Anefis, als er unter Beschuss geriet. Einer der Insider sagte, der Konvoi habe mehr als 200 russische Kämpfer und über 100 malische Soldaten transportiert. Das verbündete Nachbarland Niger habe Luftunterstützung geleistet. Stellungnahmen der Militärs von Mali und Niger liegen bislang nicht vor. Ob es Verletzte oder Tote gibt, ist nicht bekannt.
Bereits am Samstag hatten Aufständische an mehreren Orten in Mali die Armee angegriffen. Eine von Tuareg geführte Rebellengruppe sowie ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida bekannten sich zu den koordinierten Angriffen. Die Angriffe erstreckten sich nach Angaben der Armee von den Städten Anefis, Aguelhoc und Gao im Norden über Sevare im Zentrum bis nach Kenioroba südlich der Hauptstadt Bamako. Man habe alle Angriffe abgewehrt, teilten die Streitkräfte mit.
Separatisten der Volksgruppe der Tuareg hatten 2012 im Norden Malis eine Rebellion für ihre Unabhängigkeit in dem von ihnen Azawad genannten Gebiet in der Sahara gestartet. Dabei paktierten sie vorübergehend mit islamistischen Terrorgruppen, die rasch die Oberhand gewannen und sich in der Folge in Mali und mehreren Nachbarstaaten ausbreiteten. Die Region zählt mittlerweile einen großen Anteil der jährlichen Terrortoten weltweit.
Der Tuareg-Aufstand endete zunächst 2015 mit einem Friedensabkommen, das mittlerweile wieder gescheitert ist. Separatisten griffen mit der 2024 gegründeten FLA wieder zu den Waffen und haben sich erneut auf eine Zusammenarbeit mit der Islamistenmiliz JNIM geeinigt. Weder französisch geführte Militär-Einsätze noch eine UN-Friedensmission, an der auch die Bundeswehr beteiligt war, konnten den Konflikt befrieden.
Malis Militärregierung beendete die Zusammenarbeit und wandte sich Russland als Sicherheitspartner zu. Das sogenannte Afrika-Korps, Nachfolger der Söldnergruppe Wagner, unterstützt das malische Militär im Kampf gegen islamistische Aufständische. Den Söldnern wird brutales Vorgehen auch gegen Zivilisten vorgeworfen, das Beobachtern zufolge den Konflikt weiter anheizt.
