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Politik

Warum Chinas Exporterfolge Jobs in Deutschland und Europa bedrohen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.07.2026 • 10:03 Uhr

China ist bei Elektronik, Industrieanlagen und E-Mobilität längst Weltmarktführer. Europa gerät dadurch immer stärker unter Druck, und Deutschland verliert Jobs in seit Jahrzehnten etablierten Branchen.

Alfred Schmit

Die Arbeitsplatzverluste in der deutschen Industrie gehen langsam an die Substanz. Wie in diesen Tagen wieder in der Autoindustrie, etwa bei VW und seiner Sportwagentochter Porsche, wo erneut mehrere tausend Stellen wegfallen sollen.

Diese Entwicklung wird mittlerweile allgemein als China-Schock bezeichnet. Denn chinesische Produkte setzen sich weltweit immer stärker gegen die deutschen durch. Unterstützt und staatlich begünstigt von der chinesischen Führung in Peking.

„Deutschland verliert Arbeitsplätze“

Dieser China-Schock ist mittlerweile auch in der deutschen Politik angekommen. Johannes Volkmann, Mitglied des CDU-Vorstands, fordert Ausgleichszölle und andere Maßnahmen, um deutsche Arbeitsplätze vor der Konkurrenz aus China zu schützen: „Deutschland verliert aktuell zehn- bis zwölftausend Industrie-Arbeitsplätze im Monat.“

Das habe nicht nur etwas mit den Standortbedingungen in Deutschland zu tun – sondern auch mit unfairem Wettbewerb, mit Fragen der Wechselkurs-Manipulation und der Überkapazitäten. „Das auszugleichen ist im marktwirtschaftlichen Interesse Deutschlands“, betont Volkmann.

Chinesischer Erfolg – deutsche Schwäche

Volkmann spricht aus, was Wirtschaftswissenschaftler schon länger beobachten: Chinesische Fabriken produzieren mehr, als der heimische Markt benötigt. Sie exportieren mit Erfolg – begünstigt von der Führung in Peking. Dort hat man lange Zeit die eigene Währung, den Yuan, künstlich billig gehalten, um Exporte zu erleichtern.

Obendrein haben chinesische Online-Händler wie Temu und Shein lange Zeit europäische Zoll-Bestimmungen unterlaufen. Unterm Strich ist so in kurzer Zeit an vielen Stellen chinesischer Erfolg und deutsche Schwäche sichtbar geworden.

Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Netfonds AG, sieht in Chinas Stärke einen Trend, der sich verstärkt: Das zeige sich auch an der Vorhersage des Internationalen Währungsfonds IWF: „Die chinesische Wirtschaft läuft gut.“ Lege man die aktuelle IWF-Prognose zugrunde, wachse China im laufenden Jahr mit 4,4 Prozent, der Anstieg der Verbraucherpreise liege bei 1,2 Prozent. „Also mehr Stabilität und Stabilität ist gut.“

Europa erwägt Maßnahmen – China droht

Mehr Wachstum, weniger Inflation. Aus chinesischer Sicht mag das gut sein, aber es geht verstärkt auf Kosten anderer Volkswirtschaften. Das merkt man in Deutschland und Europa. Seit dem jüngsten EU-Gipfel Ende Juni erwägen die Mitgliedsstaaten gemeinsame Gegenmaßnahmen, um China in die Schranken zu weisen. Ob es nun Ausgleichszölle oder andere Handelsbeschränkungen sind – in jedem Fall müssten solche Maßnahmen aus Brüssel kommen.

Die chinesische Führung in Peking hat bereits klargestellt, was sie von solchen Maßnahmen halten würde: gar nichts. Stattdessen droht China unverhohlen mit Gegenmaßnahmen. Und Peking streitet ab, den Welthandel zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Außenamtssprecherin Mao Ning betonte Ende Mai, solche Maßnahmen würden sich nur gegen die Interessen europäischer Verbraucher wenden, die Kosten für Unternehmen erhöhen und langfristig die Konkurrenzfähigkeit von Industriefirmen schwächen. „Die EU sollte ihre Wirtschaftsbeziehungen mit China umfassend und objektiv sehen und ihre Bekenntnisse zum Freihandel beachten“, so die Sprecherin. Man beobachte sehr genau, wie sich die EU verhalte, und werde legitime Mittel einsetzen, um die eigenen Interessen und Rechte zu schützen.

Schnelle Antwort finden

In Deutschland und Europa wird das anders gesehen. Und die Stimmen mehren sich, dass jetzt die Zeit ist zu handeln. Die Bewegung sei wahnsinnig schnell, sagt Janka Oertel von der außenpolitischen Denkfabrik European Council on Foreign Relations. China schaffe Fakten. „Wenn wir diese Fakten in den nächsten Monaten nicht beantworten, werden wir vor einer Situation stehen, wo es noch schwieriger und noch teurer wird, für uns zu handeln.“

Dabei ist aber auch klar: Viele, gerade deutsche Firmen, werden mit Forderungen nach Zöllen und Handels-Barrieren nicht glücklich sein. Deutsche Manager dürfte die Angst umtreiben, dass China seine Drohungen wahr machen und Gegenmaßnahmen starten könnte.

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