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Die Mimikama-Stempel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Es begann mit einem Kommentar in unserer Facebook-Gruppe. Ein Community-Mitglied schrieb sinngemäß: Könnt ihr nicht Symbole erfinden, die man rasch unter einen Beitrag setzen kann? Ohne viele Worte – und jeder weiß Bescheid, was gemeint ist. Denn jedes verbale Argument ist für bestimmte Leute nur Futter. Aber auf ein Bild kann man schwer reagieren.

Wir haben das gelesen und uns gedacht: Recht hat sie. Und dann haben wir geliefert.

Das Ergebnis sind die Mimikama-Stempel – aktuell Grafiken zum Abspeichern und Posten, kostenlos und ohne Anmeldung unter mimikama.org/stempel.

Die Mimikama-Stempel: Bilder sagen mehr als tausend Streit-Kommentare

Warum ein Bild oft mehr kann als ein Argument

Wer schon einmal versucht hat, in einer Kommentarspalte mit Fakten gegen Hetze oder Desinformation anzuschreiben, kennt das Muster: Jeder Satz wird zerpflückt, verdreht oder zum Anlass für die nächste Eskalationsstufe gemacht. Man liefert Angriffsfläche, die Diskussion frisst Zeit und Nerven – und am Ende hat sich niemand bewegt.

Ein Bild funktioniert anders. Es stellt eine Frage („Quelle?“), setzt ein Zeichen („Stopp“) oder benennt ein Muster („Masche“) – und lässt sich dabei nicht in einen Streit ziehen. Es gibt schlicht nichts zu zerpflücken.

Und noch etwas ist wichtig: Die Stempel richten sich gar nicht in erster Linie an die Person, die den Unsinn gepostet hat. Wer tief in einer Erzählung steckt, lässt sich von einem Kommentar selten umstimmen – das haben wir in unserer Serie über Verschwörungserzählungen ausführlich beschrieben. Die eigentliche Zielgruppe sind die vielen, die still mitlesen und unsicher sind, was sie glauben sollen. Für sie ist ein sichtbares „Quelle?“ oder „Kontext fehlt“ oft der erste Anstoß, kurz innezuhalten, bevor sie teilen. Und genau dort entscheidet sich, ob sich etwas verbreitet.

Was es gibt

Die Sammlung deckt die Themen ab, die uns täglich gemeldet werden. Ein paar Beispiele:

QUELLE? für große Behauptungen ohne jeden Beleg. Die wichtigste Grafik von allen, denn eine Quellenfrage ist nie falsch – egal, unter welchem Beitrag sie steht.

STOPP HETZE für Inhalte, die keinen einzigen Satz verdienen.

KONTEXT FEHLT für die häufigste Form der Desinformation überhaupt: echtes Bild, falsche Geschichte.

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Hilf mit, dass Faktenchecks frei zugänglich bleiben.

Mimikama ist für alle lesbar. Ohne Paywall, ohne künstliche Hürden. Damit das so bleibt, brauchen wir Menschen, die diese Arbeit unterstützen.


KI-VERDACHT für Bilder und Videos, die echt aussehen, es aber mutmaßlich nicht sind.

ALTER HUT für die Zombie-Fakes, die alle paar Monate wieder auferstehen.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

KETTENBRIEF, SATIRE, GEWINN-FALLE, ALUHUT-ALARM, SCHWURBEL-ALARM – und seit Kurzem, auf Wunsch aus der Community, auch SCAMMER-ALARM, FAKEPROFIL, FAKE-SHOP, FAKE-WERBUNG, GETARNTE WERBUNG und STUDIEN-MÄRCHEN.

Dazu kommen ein paar Motive mit Augenzwinkern für die eigene Filterblase. Alle Grafiken tragen den Mimikama-Schriftzug, damit erkennbar bleibt, woher sie stammen und was dahintersteht.

Was es bewusst nicht gibt: einen „FAKE!“-Stempel. Ein Urteils-Stempel könnte unter jeden beliebigen Beitrag gesetzt werden – auch unter korrekte, um sie zu diskreditieren. Unsere Grafiken stellen deshalb Fragen und benennen Muster, statt Urteile zu fällen.

Der ehrliche Hinweis, der dazugehört

So gern wir sagen würden: Nehmt die Stempel und stempelt drauflos – ganz so einfach ist es nicht. Denn auch ein Bild-Kommentar ist für den Facebook-Algorithmus eine Reaktion. Und jede Reaktion kann einem Beitrag zusätzliche Reichweite verschaffen.

Deshalb gilt: Die Stempel wirken am besten dort, wo ohnehin schon heiß diskutiert wird. Dort richtet ein weiterer Kommentar keinen zusätzlichen Schaden an, setzt aber ein sichtbares Signal für alle Mitlesenden. Bei frischen Beiträgen mit wenigen Reaktionen ist Melden und Ignorieren die klügere Wahl – jeder Kommentar, auch ein stummer, würde den Beitrag sonst nur in weitere Feeds spülen.

Und noch eine Bitte: Die Stempel sind für die öffentliche Auseinandersetzung gedacht, mit Accounts und Seiten, die ein Geschäft mit Angst und Empörung betreiben. Für das Gespräch mit der eigenen Mutter, dem Bruder oder der besten Freundin, die in so eine Erzählung gerutscht sind, taugen sie nicht. Da hilft kein Stempel, sondern nur das ruhige Gespräch zu zweit – wie das gelingen kann, haben wir in unserem Leitfaden zum Ausstieg aus der Verschwörungsfalle aufgeschrieben.

Transparenz: So sind die Stempel entstanden

Die Idee stammt aus unserer Community. Die Motive haben wir mit Unterstützung eines KI-Bildgenerators gestaltet und redaktionell geprüft.

Das sagen wir bewusst dazu, denn wir klären täglich über irreführende KI-Bilder auf. Der Unterschied liegt allerdings nicht im Werkzeug, sondern in der Absicht und in der Transparenz: Diese Grafiken geben nicht vor, Fotos oder reale Szenen zu sein. Es sind gezeichnete Symbole mit klarer Botschaft und klarem Absender. Problematisch wird KI dort, wo sie täuschen soll – nicht dort, wo sie offen als Werkzeug dient.

So geht’s

Alle Stempel gibt es kostenlos unter mimikama.org/stempel – einzeln oder gesammelt als ZIP, ohne Anmeldung. Am besten gleich aufs Handy speichern, denn dort passiert das meiste Scrollen. In der Kommentarspalte dann einfach auf das Foto-Symbol tippen, Grafik auswählen, absenden. Fertig.

Und wenn danach Antworten kommen, die provozieren sollen: nicht anbeißen. Das Bild hat seine Arbeit getan.

Neu: die Stempel als WhatsApp-Sticker

Gerade auf WhatsApp, wo Kettenbriefe und Scam-Nachrichten am muntersten kursieren, sind die Stempel in ihrer stärksten Form unterwegs: als Sticker. Die Tante leitet in der Familiengruppe mal wieder einen Kettenbrief weiter? Statt einer langen Erklärung, die ohnehin niemand liest, reicht ein Tipp – und der KETTENBRIEF-Sticker sagt alles.

Dafür gibt es auf der Stempel-Seite ein eigenes Sticker-Set zum Herunterladen, fertig im WhatsApp-Format. Der Import geht über eine kostenlose Hilfs-App wie „Sticker Maker“ in drei Schritten – die Anleitung steht direkt auf der Seite dabei. Einzige Besonderheit: WhatsApp erlaubt maximal 30 Sticker pro Paket, bei 43 Stempeln legt man also einfach zwei Pakete an.

Die Sammlung wächst weiter

Schon in den ersten Tagen kamen neue Wünsche aus der Community – sechs davon sind bereits umgesetzt. Genau so soll es weitergehen: Wenn euch ein Thema fehlt, für das es einen Stempel bräuchte, schreibt uns. Diese Sammlung gehört nicht uns. Sie gehört allen, die keine Lust mehr haben, ihre Nerven in Kommentarspalten zu verheizen – und trotzdem nicht schweigen wollen.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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