Retourkutsche nach DFB-Klartext?
Für Felix Zwayer ist die WM wohl gelaufen
10.07.2026 | 12:32 Uhr
Nach dem frühen Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hätte es die WM des Felix Zwayer werden können. Danach sieht es allerdings nicht aus. Spielt der Fall Balogun eine Rolle?
Den geplatzten Titeltraum von Cristiano Ronaldo bekam Felix Zwayer immerhin hautnah mit. Bei der Achtelfinal-Niederlage der Portugiesen gegen Spanien (0:1) war der einzige deutsche WM-Schiri wenigstens als Vierter Offizieller im Einsatz und „durfte“ die Wogen an der Seitenlinie glätten. Mehr gab es für den Berliner in der K.-o.-Runde allerdings nicht zu tun. Das muss als große Enttäuschung für Zwayer im Speziellen und das deutsche Schiedsrichterwesen im Allgemeinen gewertet werden.
Denn obwohl die Unparteiischen seit Beginn der entscheidenden Turnierphase immer wieder im Zentrum der Kritik stehen, blieb und bleibt Zwayer in den 28 Partien des Sechzehntel-, Achtel- sowie Viertelfinals außen vor. Lediglich zwei Einsätze in der Vorrunde stehen für den 45-Jährigen zu Buche – der letzte davon ist bereits fast zwei Wochen her. Noch befindet sich Zwayer im Camp der Referees in Miami. Doch es darf stark bezweifelt werden, dass der Weltverband FIFA in den entscheidenden Partien im Kampf um den Titel auf einen Schiedsrichter zurückgreift, der bisher in der K.-o.-Runde noch nicht auf dem Platz stand.
Schreckmoment: Schiri Zwayer geht zu Boden
Über die Hintergründe des mangelnden Vertrauens der Entscheider um FIFA-Schiriboss Pierluigi Collina in Zwayer kann nur spekuliert werden. Beobachter wollen allerdings nicht ausschließen, dass die öffentlich geäußerte Kritik von DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu den dubiosen Vorgängen rund um den „Fall Folarin Balogun“ zu einer Retourkutsche auf dem Rücken Zwayers geführt haben könnte.
Deutscher Schiri-Chef lobt Zwayer
Das wäre besonders bitter für den Schiedsrichter, der so lange auf seine WM-Chance warten musste und schon einmal Opfer einer Debatte war, die er nicht ausgelöst hatte. Vor viereinhalb Jahren schritt Zwayer durch ein tiefes Tal, als seine Verstrickung in den Manipulationsskandal um Robert Hoyzer durch die Aussage von Jude Bellingham erneut thematisiert und über Wochen mit großen Schlagzeilen versehen wurde.
„Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland“, hatte der damalige Star von Borussia Dortmund im Anschluss an die Niederlage gegen Rekordmeister Bayern München (2:3) gewettert. Aufgrund der heftigen Debatte in der Folge stand Zwayer kurz davor, seine aktive Karriere zu beenden.
Er ging diesen Schritt letztlich nicht, was Knut Kircher nachdrücklich begrüßte. Als „höchst verdient“ bezeichnete der deutsche Schiedsrichter-Chef vor der Endrunde die Nominierung seines Schützlings. „Er ist sehr professionell in seiner Einstellung auf und neben dem Platz“, sagte Kircher dem SID: „Er hat sehr, sehr hohe Grundlagen von Fitness, Regelkenntnis und Spielvorbereitung, das zeichnet ihn aus.“
Müller kritisiert Krampf-Auszeit von deutschem Schiedsrichter

Vor zwei Jahren wurde das auch international noch so gesehen – von der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Bei der Heim-EM bekam der Immobilienkaufmann gute Kritiken und durfte als Belohnung vier Partien leiten. Darunter das Halbfinale zwischen England (mit Bellingham) und den Niederlanden (2:1).
Die FIFA sieht Zwayer offensichtlich ganz anders. Und so wird die Verletzungspause des Referees bei seinem WM-Debüt in der Partie zwischen Co-Gastgeber USA und Australien (2:0) wohl das Einzige bleiben, was von Zwayer nach der Endrunde in Erinnerung bleibt.
Verwendete Quellen: ntv.de, msc/sid
