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Startseite»Politik»Dritte Hitzewelle des Jahres: Frankreich verschärft Krisenplan
Politik

Dritte Hitzewelle des Jahres: Frankreich verschärft Krisenplan

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.07.2026 • 19:02 Uhr

Die französische Regierung stimmt die Bevölkerung auf den Höhepunkt der dritten Hitzewelle des Jahres ein. Ein neuer Zivilschutzplan soll nun Alte, Alleinstehende und Obdachlose besser schützen.

Cai Rienäcker

Die Direktorin des staatlichen Wetterdienstes Météo-France stimmte ihre Landsleute nach einer Krisensitzung mit dem Premierminister auf weitere heiße Tage ein. Frankreich erreicht gerade den Höhepunkt der bereits dritten Hitzewelle des Jahres. Météo-France-Chefin Virginie Schwarz kündigt an: „Sonntag gehen die Temperaturen wieder rauf mit Werten zwischen 38 und 40, örtlich 41 Grad, und etwa 35 Grad in einem Großteil des Landes.“

Bereits für Samstag stuft Météo-France ein Viertel der Départements wieder in die höchste Warnstufe rot ein. 22 Millionen Französinnen und Franzosen werden davon betroffen sein. Die verschiedenen Hitzewarnstufen sind eine Lehre aus dem Extremsommer 2003, der in Frankreich dazu geführt hat, dass etwa 15.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben sind.

Frankreich aktiviert Zivilschutzplan für extreme Hitze

Auch in diesem Jahr bei der Hitzewelle Ende Juni sind die Todesfälle deutlich angestiegen. Auf dem Höhepunkt der zweiten Hitzewelle in der letzten Juniwoche lag die Zahl der Hitzetoten schon bei gut 2.000. Damit die Zahlen jetzt nicht weiter ansteigen, ergreift die französische Regierung neue Maßnahmen. Regierungssprecherin Maud Bregeon sagte, der Zivilschutzplan für extreme Hitze werde aktiviert. „Das ist ein neues Maßnahmenbündel, das heute in Kraft tritt.“

Im Zentrum des Plans stehen die am stärksten gefährdeten Personen: Alte und hilfsbedürftige Menschen, die alleine zu Hause wohnen, auch Obdachlose auf der Straße. Ende Juni war gerade bei diesen Personen die Sterblichkeit um etwa 90 Prozent angestiegen.

Der Leiter des französischen Zivilschutzes, Julien Marion, sagt nach der Krisensitzung mit dem Premierminister: „Wir haben vorgesehen, diese Personen aus ihren Wohnungen, in denen sie in Gefahr sind, herauszubringen und sie an gekühlten Orten in den Kommunen in Sicherheit zu bringen. Das Ziel ist es, die empfindlichen Bevölkerungsteile zu schützen.“

Hitze facht Waldbrände in Frankreich an

Spezielle Betten, Notfallsets und eigene Sanitäranlagen sollen bereits vorgesehen sein. In allen Départements mit der höchsten Warnstufe rot soll die Maßnahme ab sofort greifen. Wer genau sich um die gebrechlichen Personen kümmert und ob die Maßnahme am Ende verpflichtend ist, bleibt unklar. Die französische Regierung demonstriert zumindest, dass sie die Gefahren der Hitze ernst nimmt und handelt.

Die Opposition hatte der Regierung vorgeworfen, lange Zeit zu untätig gewesen zu sein. Die französische Regierung hat es auch an anderer Front mit einer neuen Dimension der Gefahrenlage zu tun. Jeden Tag brennt es an Dutzenden Orten. Zivilschutz-Direktor Marion sagt, seit Jahresanfang sei bereits 8.000 Mal Feuer ausgebrochen.

Über 25.000 Hektar sind schon abgebrannt. Das ist in etwa das Doppelte des vergangenen Jahres zur gleichen Zeit.

Julien Marion, Zivilschutz-Direktor

Der bisher größte Waldbrand in den Pyrenäen bei Perpignan breitet sich nicht weiter aus. Ein anderes Feuer in den südfranzösischen Voralpen des Département Drôme soll teilweise eingedämmt sein. An beiden Orten mussten Zivilisten und Urlauber zwischenzeitig evakuiert werden. Aber die Feuer sind längst nicht mehr auf den Süden Frankreichs begrenzt. Für mehr als die Hälfte der Départements gilt bereits die zweithöchste Warnstufe für Wald- und Buschbrände.

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Dr. Heinrich Krämer
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