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Startseite»Nachrichten»Als Nachfolger von Ali Chamenei: Klimakonferenzen und „Safe House“: Wie der Mossad Ahmadinedschad installieren wollte
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Als Nachfolger von Ali Chamenei: Klimakonferenzen und „Safe House“: Wie der Mossad Ahmadinedschad installieren wollte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Als Nachfolger von Ali ChameneiKlimakonferenzen und „Safe House“: Wie der Mossad Ahmadinedschad installieren wollte

Ahmadinedschad trat während seiner Amtszeit als Hardliner auf. Erst später mäßigte er seine Positionen. (Foto: via REUTERS)

Laut einem US-Bericht wurde Mahmud Ahmadinedschad von israelischen Agenten zu einem geheimen Unterschlupf gebracht, als ein Luftangriff sein Anwesen im Iran traf. Demnach heckte der Mossad jahrelang einen ambitionierten Plan für den Ex-Präsidenten aus – der offenbar im Hausarrest endete.

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge verbrachte der israelische Geheimdienst vor dem Angriff auf den Iran mehrere Jahre damit, den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als möglichen Nachfolger des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in Position zu bringen.

Nach Angaben amerikanischer Regierungsbeamter zahlte Israel in den vergangenen Jahren heimlich Geld an Ahmadinedschad für Unterkünfte und Reisekosten, wie die Zeitung schreibt. Israelische Agenten hätten sich mehrfach im Ausland mit dem international weithin geächteten früheren Präsidenten getroffen, unter anderem während mehrerer Reisen nach Budapest. Die „New York Times“ berichtet, dass der Rektor einer Budapester Universität Anfang 2024 eine überraschende Anfrage von einem hochrangigen ungarischen Regierungsbeamten erhalten habe: Demzufolge sollte seine Uni eine Klimakonferenz veranstalten und einen eher ungewöhnlichen Gast einladen: Ahmadinedschad.

Dem Bericht zufolge diente die Konferenz lediglich als Vorwand, damit Ahmadinedschad in Budapest geheime Gespräche mit Geheimdienstmitarbeitern aus Israel führen könne – obwohl der Ex-Präsident eigentlich als erklärter Feind Israels galt.

Der Universitätsrektor habe zwar gewusst, dass die Einladung sowohl seinen eigenen Ruf als auch den der Uni schädigen könnte, schreibt die Zeitung. Doch in einem Interview habe er gesagt, dass er glaubte, damit möglicherweise einen Beitrag zur Rettung von Menschenleben zu leisten: „Du hast zwei Feinde, und wenn diese Feinde miteinander reden wollen, dann tust du am besten alles, was in deiner Macht steht, damit sie miteinander reden.“

Das Anwerben von Ahmadinedschad soll solch eine Priorität für Israel gehabt haben, dass der damalige Geheimdienstchef des Landes, David Barnea, laut Angaben ehemaliger US-Beamter im Jahr 2024 sogar selbst nach Budapest reiste, um sich persönlich mit Ahmadinedschad zu treffen. Kurz darauf habe der israelische Geheimdienst Mossad die CIA über die Kontaktaufnahme informiert, im Folgejahr habe es ein weiteres Treffen in der ungarischen Hauptstadt gegeben.

Schwarzer Peugeot fährt vom Einschlagsort weg

Es sei unklar, wann israelische Agenten erstmals versuchten, Ahmadinedschad anzuwerben. Schon im Jahr 2023 reiste dieser nach Guatemala für eine Umweltkonferenz. Laut der Zeitung unterhält das Land engere diplomatische Beziehungen zu Israel als die meisten anderen Länder Lateinamerikas.

Die Bemühungen um den kontroversen Politiker, der vor allem für Rufe nach der Zerstörung Israels und die Leugnung des Holocaust bekannt ist und erst nach dem Ende seiner Amtszeit moderatere Töne anschlug, hätten schließlich im Februar dieses Jahres ihren Höhepunkt erreicht. Während der ersten Tage des US-israelischen Angriffs auf den Iran sollen israelische Agenten in Teheran versucht haben, den Plan über die Installation Ahmadinedschad nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei ins Rollen zu bringen.

Demnach traf am 28. Februar ein israelischer Luftangriff das Anwesen von Ahmadinedschad in der iranischen Hauptstadt, der dort unter strenger Bewachung des Regimes gewohnt habe. Dabei sei das Gebäude seiner Leibwächter und sein gepanzertes Fahrzeug ins Visier genommen worden. „Nach dem Angriff traf laut Angaben von vier hochrangigen iranischen Beamten ein schwarzer Peugeot ein, der Ahmadinedschad abholte und ihn mit hoher Geschwindigkeit aus dem chaotischen Geschehen wegbrachte“, schreibt die „New York Times“. Demnach fuhren Mossad-Agenten den früheren Präsidenten zu einem geheimen Unterschlupf.

Ahmadinedschad soll jedoch verärgert über die hektische Rettungsaktion gewesen sein und hatte den Angaben zufolge wenig Vertrauen in den israelischen Plan, ihn wieder an die Macht zu bringen. Der frühere Staatschef verließ das „Safe House“ schließlich unter Umständen, die nach wie vor unklar sind. Er sei erst wieder am vergangenen Montag öffentlich gesehen worden, als er kurz bei der Trauerprozession für den getöteten Ajatollah in Erscheinung trat.

Vier hochrangige iranische Regierungsbeamte sagten der Zeitung, dass sich Ahmadinedschad in Gewahrsam des Geheimdienstes der iranischen Revolutionsgarde befindet und unter Hausarrest stehe, nachdem der Iran von seinen Kontakten zu Israel erfahren habe. Der Mossad reagierte nicht auf eine Anfrage der Zeitung zu den Enthüllungen.

Quelle: ntv.de, dsc

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