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Startseite»Nachrichten»„Doof ausgeschaut“: Über Lipowitz-Team schwebt ein großes Damoklesschwert
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„Doof ausgeschaut“: Über Lipowitz-Team schwebt ein großes Damoklesschwert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Doof ausgeschaut“

Über Lipowitz-Team schwebt ein großes Damoklesschwert

13.07.2026 | 17:59 Uhr

Die Tour de France legt den ersten Ruhetag ein – und das Team der deutschen Tour-Hoffnung Florian Lipowitz hat gleich mehrere Baustellen zu klären. Vor allem die Schwäche der Helfer könnte bei heftigen Bergetappen zum Problem werden.

Florian Lipowitz strahlte in der kurzen Verschnaufpause nach neun Renntagen in sengender Hitze und unter ärgerlichen Nebengeräuschen Tiefenentspannung aus. Im schnieken Teamhotel Le Bailliage am Rande des Auvergne-Bilderbuchdorfs Salers lud er am Ruhetag der Tour de France seinen Akku auf. Und diesen benötigt der Schwabe ab Woche zwei auf 100 Prozent: Nach dem Innehalten in der relativen Kühle des Zentralmassivs wird der doppelte Kampf ums Podest und die teaminterne Hauptrolle gegen Remco Evenepoel heiß werden.

„Es war schon ein harter Tour-Start, von Anfang an“, sagt Lipowitz: „Aber wir können so weit happy sein. Jetzt kommen schwere Etappen, dann wird sich das Gesamtklassement langsam sortieren.“ Wohl schon am Dienstag bei der schweren Kletteretappe nach Le Lioran.

Den Ruhetag in Frankreichs stiller und dünn besiedelter Mitte nutzten Lipowitz und sein Red-Bull-Team zum Kassensturz. Und die reinen Zahlen ließen den 25 Jahre alten Ulmer zufrieden nicken: „Wir können jetzt nach vorne schauen.“

Gesamtplatz sieben, glatte vier Minuten hinter dem unantastbaren Spitzenreiter Tadej Pogacar, dem sein fünfter Toursieg kaum zu nehmen sein wird, 1:18 Minuten hinter dem zweitplatzierten Jonas Vingegaard und 33 Sekunden hinter Isaac del Toro auf Platz drei. 2025, als Lipowitz bei seiner Tour-Premiere aufs Podest fuhr, war er am ersten Ruhetag Achter, 3:34 Minuten hinter Gelb, 2:05 hinter Platz drei.

Rollenverteilung bei Lipowitz-Team ungeklärt

Alles fein also bei Red Bull, zumal Teamkollege Evenepoel als Vierter 30 Sekunden vor Lipowitz ebenfalls vorne mitmischt? Keineswegs.

Denn weiterhin ist die Rollenverteilung zwischen Olympiasieger Evenepoel und Lipowitz ungeklärt, nach der medialen und wohl durchaus kalkulierten Kollegenschelte des Belgiers in den Pyrenäen droht trotz aller Beteuerungen weitere Eskalation. Und auf der letzten Etappe vor dem Ruhetag zeigte Red Bull wieder sein altes Problem und ließ die mannschaftliche Geschlossenheit vermissen, die (andere) Topteams ausmacht.

„Es hat doof ausgeschaut, das haben wir uns anders vorgestellt“, sagte Teamchef Ralph Denk und gab Fahrern wie sportlichen Leitungen Hausaufgabe für den Ruhetag auf: „Darüber müssen wir reden.“

Geredet wurde darüber, dass die sechs Helfer von Lipowitz und Evenepoel zum zweiten Mal in neun Etappen ein Totalausfall waren. Während auf der brutal schnellen und heißen Etappe nach Ussel Pogacar im Favoritenfeld von fünf UAE-Domestiken unterstützt wurde und Vingegaard von drei Visma-Kollegen, waren die beiden RB-Stars wie schon am Tourmalet isoliert.

Lipowitz wird zum Wasserträger

Die Folge, unter anderem: Wo Pogacar und Vingegaard mit Verpflegung beliefert wurden, pedalierte Lipowitz persönlich zurück zum Teamwagen und mit den Wasserflaschen für sich und Evenepoel wieder nach vorne. „Wenn die Flaschen leer sind, muss eben jemand nach hinten“, sagte Lipowitz. Doch das ist kein Kapitäns-Job.

So lässt sich feststellen, dass die RB-Auswahl für das wichtigste Rennen des Jahres erneut falsch zusammengestellt ist. Dem Australier Jai Hindley, mitgenommen als wichtigster Berghelfer, steckt sein formidabler Giro (Platz drei) in den Knochen, er kam am Samstag mit Jan Tratnik als nächstbestem Fahrer des Teams mit 17 Minuten Rückstand ins Ziel. Und im Hochgebirge kann der RB-Rest kaum unterstützen.

Zwei Kapitäne, keine Matrosen – man muss kein Nautiker sein, um das Problem zu sehen. Vor allem, da es ab Dienstag keinesfalls weniger hart zur Sache gehen wird.

„Unser Hauptziel ist, das Gelbe Trikot zu verteidigen“, kündigt Spitzenreiter Pogacar an, „aber manchmal ist Angriff die beste Verteidigung.“ Den matrosenlosen Red-Bull-Offizieren droht einiges auf der Reise Richtung Podest.

Verwendete Quellen: ntv.de, lme/sid

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