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Startseite»Nachrichten»Für Kaffee wird Regel strenger: EU-Kommission schaut bei Rinderhäuten nicht mehr auf den Waldschutz
Nachrichten

Für Kaffee wird Regel strenger: EU-Kommission schaut bei Rinderhäuten nicht mehr auf den Waldschutz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Für Kaffee wird Regel strengerEU-Kommission schaut bei Rinderhäuten nicht mehr auf den Waldschutz

Die EU versucht eigentlich Schädigungen des Waldes bei der Herstellung vieler Produkte zu unterbinden. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Was haben Rinderhäute mit dem Waldschutz zu tun? Der Hintergrund ist, dass die EU nicht will, dass die Produktion bestimmter Güter Wälder schädigt. Bei vielen Rindererzeugnissen muss das nicht mehr nachgewiesen werden. Das bringt Umweltverbände auf die Palme.

Die EU-Kommission nimmt mehrere Produkte von Vorgaben zum Schutz von Wäldern aus. Unternehmen in der EU müssen damit weiterhin nicht nachweisen, dass Rinderhäute, -felle und -leder einen entwaldungsfreien Ursprung haben, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Mit einem nun angenommenen delegierten Rechtsakt wird die Pflicht unter anderem auch für runderneuerte Reifen, Soja-Saatgut und Kraftfahrzeug-Sitze gestrichen. Dagegen werden löslicher Kaffee, bestimmte Palmöl-Produkte und gefrorene Rinderzungen aufgenommen.

Mit der sogenannten Entwaldungsverordnung sollen Wälder in Europa, aber auch international, etwa im Amazonasgebiet, vor Abholzung geschützt werden. Sie soll Unternehmen dazu verpflichten, nachzuweisen, dass bestimmte Produkte wie Kaffee, Kakao, Soja, Holz, Palmöl oder Rindfleisch, die in der EU in den Verkehr gebracht oder aus ihr ausgeführt werden, nicht zur Entwaldung oder Waldschädigung beitragen.

Die Verordnung sollte eigentlich ab Ende 2024 angewendet werden, aber der Start wurde verschoben und die Regeln abgeschwächt. Sie gelten grundsätzlich ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Betreiber sowie einige Kleinst- und Kleinunternehmen und ab dem 30. Juni 2027 für andere kleine Unternehmen.

Gesetz tritt erst Ende 2027 in Kraft

Die EU-Kommission hatte überprüft, ob Erzeugnisse aus den Regeln ausgenommen oder neu aufgenommen werden sollten und dafür auch Rückmeldung aus der Wirtschaft und von Organisationen berücksichtigt. Die neu genannten Produkte werden für alle erst zum 30. Dezember 2027 in den Anwendungsbereich aufgenommen.

Umweltverbände wie WWF Deutschland und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatten nach der Ankündigung im Mai insbesondere die Streichung von Rindsleder aus der Liste kritisiert. Sie sei wissenschaftlich nicht begründbar, teilte der WWF mit.

Nach Angaben der EU-Kommission hat die Verordnung bereits vor ihrem Inkrafttreten Lieferketten transparenter gemacht und neue Marktchancen für entwaldungsfreie Produkte eröffnet.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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