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Startseite»Nachrichten»Forscher untersuchen Skelette: Prinzessinnen im alten Ägypten griffen wohl selbst zu Waffen
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Forscher untersuchen Skelette: Prinzessinnen im alten Ägypten griffen wohl selbst zu Waffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Forscher untersuchen SkelettePrinzessinnen im alten Ägypten griffen wohl selbst zu Waffen

Das Bild zeigt einen Dolch der altägyptischen Prinzessin Ita. Sie war eine Tochter des ägyptischen Pharaos Amenemhet II., der im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. über Ägypten herrschte. (Foto: picture alliance/dpa/Ägyptisches Museum Kairo)

Lange gelten Waffen in Frauengräbern des alten Ägyptens als reine Statussymbole. Doch eine neue Untersuchung wiederentdeckter Mumien zeichnet ein anderes Bild. Die Knochen mehrerer Königstöchter deuten darauf hin, dass sie selbst mit Pfeil und Bogen umgingen.

Bogenschießen und Jagd gehörten im alten Ägypten womöglich auch für Frauen aus dem Königshaus zum Alltag. Darauf deutet eine Untersuchung von Skelettresten hin. Einige der Prinzessinnen, die mit Waffen bestattet wurden, hätten diese offenbar tatsächlich benutzt, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal „Frontiers in Environmental Archaeology„. Darauf wiesen ausgeprägte Muskel- und Bänderansatzstellen an Armen und Schultern hin, die auf wiederholte, körperlich fordernde Bewegungen hindeuteten.

Die Ergebnisse seien wichtig für eine alte Debatte über die Bedeutung von Waffen in Frauengräbern. Solche Beigaben galten oft als symbolisch. Die neuen Befunde sprächen dafür, dass Bögen, Pfeile und andere Waffen zumindest bei einigen Prinzessinnen keine bloßen Statussymbole waren.

Die Wissenschaftler um die ägyptische Archäologin Seinab Haschesch hatten sechs königliche Mumien untersucht, die in den 1890er-Jahren in der Pyramidenanlage von Dahschur – einer Begräbnisstätte mit Pyramiden und Schachtgräbern südlich der Hauptstadt Kairo – entdeckt worden waren. Sie seien jahrelang verschollen gewesen und erst 2020 im Ägyptischen Museum wiederentdeckt worden. Darunter befanden sich vier Töchter des Pharaos Amenemhet II, die vor rund 4.000 Jahren lebten. 

Bei allen Prinzessinnen fehlt der Schädel

„Mitglieder der königlichen Familie, insbesondere die Frauen, betätigten sich aktiv bei anspruchsvollen und körperlich fordernden Aktivitäten wie Bogenschießen und Jagd“, ist Haschesch überzeugt. Dies werde durch die Art und Weise gestützt, wie sich ihre Knochen entwickelten, um starker Muskelbelastung standzuhalten. „Wir fanden eine deutliche Entwicklung der oberen Gliedmaßen, die mit wiederholten, sehr intensiven Bewegungen zusammenhängt – etwa dem Spannen einer Bogensehne oder dem Stabilisieren einer Waffe“, erklärte Haschesch. 

Bei Skelettresten der Prinzessin Nub Hotep sei besonders die Krümmung des zweiten Mittelhandknochens der rechten Hand auffällig. In Verbindung mit den in ihrem Grab gefundenen Pfeilen sowie weiteren biomechanischen Merkmalen wird dies als Hinweis auf wiederholte Belastung interpretiert, wie sie beispielsweise beim regelmäßigen Bogenschießen entstehen kann.

Die Knochen der Prinzessin Ita zeigten Spuren einer sehr starken und häufigen Nutzung bestimmter Muskeln und Bänder, besonders im Bereich der Schulter und der Unterarme. „Prinzessin Ita war eine junge Frau im Alter zwischen 28 und 34 Jahren“, so Haschesch. Ihre Muskelansätze am Oberkörper deuteten darauf hin, dass sie regelmäßig Waffen wie Streitkolben oder Dolche benutzte. Ihrem Grab wurde unter anderem ein Dolch beigelegt.

Bei der Prinzessin Itaweret seien Verletzungen festgestellt worden. Sie überlebte den Untersuchungen zufolge gebrochene Rippen und Fußfrakturen, die höchstwahrscheinlich durch Unfälle, Stürze oder harte Schläge verursacht wurden, möglicherweise bei der Jagd oder militärischem Training. Bei allen Prinzessinnen fehlt der Schädel. Die Archäologen betonen, dass die Untersuchungen dadurch erschwert worden seien.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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