Anfang Dezember wollen die USA erstmals seit mehr als 60 Jahren eine Militärhinrichtung durchführen. Sie soll öffentlich sein, sagt der US-Verteidigungsminister Hegseth – und per Livestream übertragen werden.
Die Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters soll per Livestream übertragen werden. Das bestätigte ein Beamter aus dem Pentagon der Nachrichtenagentur dpa.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor bereits gesagt, dass die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung eines früheren Psychiaters des US-Heeres durch ein Erschießungskommando öffentlich stattfinden solle. Im Interview mit einem rechten Influencer sagte er, es werde ein Erschießungskommando geben und man werde dafür sorgen, dass die Leute zusehen können.
Erste Militärhinrichtung seit mehr als 60 Jahren
Sollte es tatsächlich zu der Exekution kommen, wäre es laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Sie ist für den 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas geplant.
Nidal Hasan hatte dort 2009 das Feuer auf Soldaten eröffnet und 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Attentäter erklärte danach, er habe Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt. Der damalige Militärpsychiater wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt.
Debatte über Todesstrafe in den USA neu entfacht
Trump hatte die Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt – wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte weiter. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht.
Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt.
Falls die USA tatsächlich wieder eine öffentliche Hinrichtung durchführen, würde sie das in die Nähe von Staaten rücken, deren Vorgehensweisen sie an anderer Stelle anprangern. Im vergangenen Jahr fanden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen statt: sechs in Afghanistan und elf in Iran.
Mit Informationen von Nina Barth, ARD-Studio Washington
