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Startseite»Betrugsmaschen»KI-Fehler führt zu monatelanger Haft einer Frau in Tennessee
Betrugsmaschen

KI-Fehler führt zu monatelanger Haft einer Frau in Tennessee

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 20, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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→Wie nutzen Betrüger künstliche Intelligenz gezielt aus? Antworten finden Sie im Leitfaden KI-Betrug.

Die Festnahme ist gut dokumentiert

Der Fall, der derzeit auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken verbreitet wird, beruht auf einem realen Ereignis.

Nach Recherchen der Lokalmedien InForum und WDAY/WDAY+ wurde Angela Lipps am 14. Juli 2025 von US-Marshals in ihrem Wohnort in Tennessee festgenommen. Grundlage war ein Haftbefehl der Polizei von Fargo im US-Bundesstaat North Dakota.

Die Ermittler suchten nach einer Person, die mit einem gefälschten Militärausweis Geld von einer Bank in Fargo abgehoben haben soll. Eine Gesichtserkennungssoftware identifizierte Lipps als mögliche Tatverdächtige – obwohl sie zum Tatzeitpunkt nachweislich in Tennessee lebte.

Am 24. Dezember 2025 wurden sämtliche Anklagen fallengelassen. Lipps kam noch am selben Tag frei.

KI spielte eine entscheidende Rolle

Die Polizei von Fargo räumte später selbst ein, dass eine KI-gestützte Gesichtserkennung bei den Ermittlungen eingesetzt wurde.

Auf Pressekonferenzen im März 2026 erklärte der damalige Polizeichef Dave Zibolski jedoch, die Anklage sei nicht ausschließlich auf dem KI-Treffer basiert. Neben der Gesichtserkennung habe es weitere Beweise gegeben.

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Welche Beweise das gewesen sein sollen, hat die Polizei allerdings bis heute nicht öffentlich erläutert.

Die Verteidigung widerspricht

Angela Lipps‘ Strafverteidiger Jay Greenwood widerspricht dieser Darstellung.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Nach seinen Angaben existierte außer dem fehlerhaften KI-Treffer kein belastbarer Beweis gegen seine Mandantin. Er legte den Ermittlern bereits Anfang Dezember 2025 Bankunterlagen vor, aus denen hervorging, dass Lipps sich während der Tat nachweislich in Tennessee aufgehalten hatte.

Der Streitpunkt besteht daher nicht darin, ob die KI sie falsch identifizierte, sondern ob es tatsächlich weitere belastende Hinweise gab. Dafür gibt es bislang keine öffentliche Dokumentation.

War sie wirklich sechs Monate in Haft?

In den viralen Beiträgen ist von „sechs Monaten Gefängnis“ die Rede.

Zeitlich ist diese Angabe im Wesentlichen korrekt. Zwischen ihrer Festnahme Mitte Juli 2025 und ihrer Freilassung am 24. Dezember 2025 vergingen gut fünf Monate. Da sie während dieser gesamten Zeit in Haft war und zunächst gegen ihre Auslieferung kämpfte, wird die Dauer in vielen Berichten auf rund sechs Monate gerundet.

Berichte, wonach sie infolge der Inhaftierung ihr Haus, ihr Auto und ihren Hund verlor, stammen aus Interviews sowie einer später eingerichteten GoFundMe-Spendenkampagne. Diese persönlichen Folgen sind jedoch nicht Bestandteil des Strafverfahrens selbst.

Was am Fall unstrittig ist

Die wesentlichen Fakten gelten als belegt:

  • Angela Lipps wurde festgenommen und mehrere Monate inhaftiert.
  • Eine KI-gestützte Gesichtserkennung identifizierte sie fälschlicherweise als Tatverdächtige.
  • Die Anklage wurde später vollständig fallen gelassen.
  • Die Polizei hält daran fest, dass neben der KI weitere Beweise vorgelegen hätten, nennt diese aber bis heute nicht.

Damit ist die virale Behauptung im Kern richtig. Offen bleibt lediglich, welchen tatsächlichen Stellenwert die Gesichtserkennung innerhalb der Ermittlungen hatte.

Bewertung: Wahr. Angela Lipps wurde aufgrund einer fehlerhaften KI-Gesichtserkennung als Verdächtige geführt und verbrachte mehrere Monate in Haft, bevor die Anklage eingestellt wurde. Ungeklärt bleibt, welche weiteren Beweise die Polizei nach eigenen Angaben gehabt haben will.

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

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📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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