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Startseite»Nachrichten»Verbessertes SUV mit 800 Volt: China Speed: BYD Atto 3 Evo lädt fast doppelt so schnell
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Verbessertes SUV mit 800 Volt: China Speed: BYD Atto 3 Evo lädt fast doppelt so schnell

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 20, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Verbessertes SUV mit 800 VoltChina Speed: BYD Atto 3 Evo lädt fast doppelt so schnell

Der BYD Atto 3 trägt zur Unterscheidung von der ersten Generation den Beinamen „Evo“. (Foto: BYD)

Das China-Tempo macht auch vor etablierten Auto-Modellen nicht halt, die kein Facelift erhalten, sondern oft grundlegend überarbeitet werden. So wie der BYD Atto 3 Evo Excellence. Er hat viel Platz, eine ausgereifte Akku-Technologie und lädt schnell. Aber sein Fahrwerk ist hart, die Lenkung gefühllos und die Anzeigen sind teils sehr klein.

Der in der Wirtschaft inzwischen gängige Begriff „China Speed“ für das hohe Tempo, welches nicht nur, aber auch die chinesische Autoindustrie bei neuen Produkten und Technologien anschlägt, gilt insbesondere für den größten Elektroautomobil-Hersteller BYD. Mit immer neuen Produkten und aggressiven Preisen drängt der weltweit größte Elektroautohersteller auf die internationalen Märkte und so auch nach Deutschland, wo die Marke im ersten Halbjahr schon über 26.000 Fahrzeuge neu zugelassen und damit das Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum vervierfacht hat.

Es ist aber nicht nur der scheinbar endlose Strom an neuen Fahrzeugen und Varianten, der die Marke zunehmend attraktiv und zum sehr ernsthaften Wettbewerber auch deutscher Hersteller macht, auch schon etablierte Fahrzeuge werden schnell und vor allem deutlich verbessert. Zur Freude von Neukäufern, aber nicht unbedingt zu der von Besitzern des „alten“ Modells.

Schub im für E-Autos wichtigsten Bereich

Ein solches Fahrzeug ist unser Testwagen: Der BYD Atto 3, der zur Unterscheidung von der ersten Generation den Beinamen „Evo“ trägt, ist viel mehr als eine normale Überarbeitung oder gar ein schnödes Facelift. Denn die Chinesen haben dem Fahrzeug in dem für ein E-Auto wichtigsten Bereich einen Schub gegeben, einen Stromschub sozusagen. Der Atto 3 wurde von der gängigen 400-Volt- auf eine vor allem im preislich mittleren Kompaktsegment noch seltene 800-Volt-Architektur umgestellt.

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Der BYD Atto 3 wurde auf 800-Volt-Architektur umgestellt. (Foto: BYD)

Das hat in erster Linie positive Folgen fürs Laden. Der Atto 3 Evo füllt den knapp 75 kWh großen Akku an einer Schnellladesäule nun in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent, vorher benötigte man dafür 44 Minuten. Obgleich wir diese Zeit in der Praxis nicht ganz erreichten, bleibt festzuhalten: Auch dieser BYD lädt sehr schnell und zuverlässig.

Unser Testwagen war die größere – und teurere – Variante; die Version „Excellence“ mit E-Motoren vorn wie hinten und damit Allradantrieb. Mit 339 kW/449 PS und 560 Newtonmetern Drehmoment geht es mehr als flott voran, sogar auf bis zu 200 km/h, was bei E-Autos in dieser Fahrzeugklasse selten ist.

Der-Atto-3-Evo-fuellt-den-knapp-75-kWh-grossen-Akku-an-einer-Schnellladesaeule-nun-in-25-Minuten-von-10-auf-80-Prozent
Der BYD Atto 3 Evo füllt den Akku an einer Schnellladesäule in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent. (Foto: BYD)

Schwächen im unteren und mittleren Bereich

Während der Atto 3 bei hohen Geschwindigkeiten gut auf der Straße liegt, offenbart er ausgerechnet im unteren und mittleren Bereich leider arge Schwächen. Das Fahrwerk wirkt insgesamt unausgewogen, es viel zu hart, strapaziert den Rücken der Insassen und schüttelt sie auf nicht glattem Straßenbelag ganz schön durch. Die Lenkung dagegen dürfte gerne etwas mehr Rückmeldung geben, sie gibt sich insgesamt zu indifferent. Echter Fahrspaß will trotz der leistungsstarken Antriebseinheit so nicht aufkommen.

Spaß mit dem Atto 3 könnte dagegen eine Familie haben, denn das Platzangebot ist selbst für ein Elektroauto von 4,46 Metern Länge ausgesprochen großzügig. Passagiere sitzen vorn sowieso, aber auch hinten ausgezeichnet. Für Mitreisende im Fond hält die Allradversion sogar beheizbare Sitze bereit.

Ganz-neu-ist-das-Infotainment-System-mit-aktuellen-Google-Diensten-inklusive-cloudbasiertem-Sprachassistenten
Neu: das Infotainment-System mit aktuellen Google-Diensten inklusive cloudbasiertem Sprachassistenten. (Foto: BYD)

Der Kofferraum ist mit 490 Litern vernünftig dimensioniert; wer nur zu zweit unterwegs ist, kann nach Umlegen bis zu 1380 Liter Gepäck einladen – genug für eine ausgedehnte Urlaubsfahrt. Nicht zu vergessen der Frunk, also die Ladevertiefung vorn unter der Fronthaube, die mit 95 Litern ebenfalls groß ausfällt und in der man eine einzelne Tasche gerne unterbringt, weil sie dann nicht im Kofferraum hin und her rutscht.

Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Arbeitsplatz des Fahrers leicht modifiziert. So wanderte der Ganghebel wie heute bei vielen Herstellern üblich an die Lenksäule. Dadurch gibt es Platz für eine Mittelkonsole, die wiederum zwei Flaschen oder kleinere Gegenstände aufnehmen kann.

Das-Platzangebot-ist-selbst-fuer-ein-Elektroauto-von-4-46-Metern-Laenge-ausgesprochen-grosszuegig
Das Platzangebot im BYD Atto 3 Evo ist ausgesprochen großzügig. (Foto: BYD)

Ganz neu ist das Infotainment-System mit aktuellen Google-Diensten inklusive cloudbasiertem Sprachassistenten, der mit „Hi BYD“ aktiviert wird und dem wir für seine Aufnahmebereitschaft die Schulnote 3+ vergeben würden. Während das Zentraldisplay mit 8,8 Zoll nicht nur recht schmal ausgefallen ist und wichtige Informationen wie das gefahrene Tempo nur klein angezeigt werden, glänzt der Atto 3 andererseits mit einem 15,6 Zoll großen Mitteldisplay, auf dem man sich allerdings einige Darstellungen ebenfalls größer wünscht. Immerhin gehört ein Head-up-Display zur Serienausstattung, sodass etwa das aktuelle Tempo abgelesen werden kann, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

E-Bonus verlängert – so wird BYD Atto 3 zum Schnäppchen

Beim Preis lässt es BYD richtig krachen. Der Grundpreis von knapp 51.000 Euro ist (noch) zu ambitioniert, vielleicht haben die Chinesen das selbst gemerkt. Der eigentlich nur bis Ende Juni geltende E-Bonus wurde daher wohl stillschweigend verlängert, zumindest wird er auf der Website des Unternehmens noch angezeigt. Allein dies reduziert den Preis des Fahrzeugs schon auf 41.000 Euro, weitere 6000 Euro wären theoretisch bei Erfüllung der Voraussetzungen der staatlichen E-Auto-Förderung abziehbar – womit der Atto 3 angesichts des Antriebs und der Ausstattung zum Schnäppchen wird.

Die-Handyladeschale-in-der-Mittelkonsole-ist-bei-chinesischen-E-Autos-nahezu-Standard
Handyladeschale in der Mittelkonsole des BYD. (Foto: BYD)

Und wem das immer noch zu viel Geld ist, kann weitere 6.000 Euro sparen, in dem er zur reinen Heckantriebsversion mit immerhin auch noch 230 kW/313 PS und nur unwesentlich schlechterer Ausstattung greifen. Sie hat sogar den Vorteil, dass dank des geringeren Gewichts die Normreichweite statt 470 sogar 510 Kilometer beträgt.

Kalkuliert man dazu die sechs Jahre Fahrzeuggarantie und die heute allerdings üblichen acht Jahre beziehungsweise 250.000 Kilometer Garantie auf den Akku mit ein, bekommt man langsam ein Gefühl dafür, warum „China Speed“ sich mittlerweile auch in den Zulassungsstatistiken niederschlägt.

BYD Atto 3 Evo – technische Daten

  • Fünftüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV

  • Länge: 4,46 Meter, Breite: 1,81 Meter (mit Außenspiegel: 2,06 Meter), Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,72 Meter, Kofferraumvolumen: 490 – 1.380 Liter, Frunk: 95 Liter

  • Excellence (Allradantrieb)Je ein E-Motor vorn und hinten mit zusammen 330 kW/449 PS, Systemdrehmoment: 560 Nm, 0 – 100 km/h: 3,9 s, Vmax: 200 km/h, Verbrauch: 17,8 kWh/100 km, Akkugröße: 74,8 kWh, Reichweite: 470 km (WLTP), Ladeleistung: 11 kW (AC)/220 kW (DC), Ladedauer AC: 0 – 100 Prozent in ca. 8 Std.; DC: 10 – 80 Prozent in 25 Minuten, Testverbrauch: 21,2 kWh pro 100 Kilometer

  • Preis: ab 50.990 Euro abzüglich des aktuellen BYD-Rabatts von 10.000 Euro sowie der staatlichen E-Auto-Förderung von maximal 6.000 Euro, wäre das Fahrzeug im Idealfall für 34.990 Euro zu bekommen

Quelle: ntv.de, Peter Eck, sp-x

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