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Startseite»Nachrichten»Bonhoeffer-Nachfahre greift ein: AfD-Kranz sorgt für Handgemenge bei Stauffenberg-Gedenken
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Bonhoeffer-Nachfahre greift ein: AfD-Kranz sorgt für Handgemenge bei Stauffenberg-Gedenken

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Bonhoeffer-Nachfahre greift einAfD-Kranz sorgt für Handgemenge bei Stauffenberg-Gedenken

Tobias Korenke (M.), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Enkel von Rüdiger Schleicher, beschädigte den Kranz der AfD. (Foto: picture alliance/dpa)

Dass ausgerechnet die AfD beim Gedenken anlässlich des gescheiterten Hitler-Attentats einen Kranz niederlegt, will ein Nachfahre des NS-Widerstandskämpfers Bonhoeffer nicht akzeptieren. Großneffe Korenke schnappt sich das Gebinde. Es kommt zu einem Handgemenge.

Bei der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung zum Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats auf Adolf Hitler ist es zu einem Eklat wegen eines Kranzes gekommen. Ein Großneffe des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, versuchte ein Gebinde der AfD-Bundestagsfraktion an der Gedenkstätte im Bendlerblock in Berlin zu entfernen. Sicherheitsmitarbeiter gingen dazwischen. Bei dem Handgemenge wurde der Kranz beschädigt.

Korenke sagte: „Viele Nachkommen, und dazu gehöre auch ich, empfinden eine wirklich große Wut, wenn wir sehen, dass die AfD hier Kränze ablegt. Das werden wir hier nicht akzeptieren.“

Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion bestätigte, dass diese einen Kranz für die Gedenkstunde bereitgestellt hatte. Ob auch Fraktionsmitglieder anwesend gewesen seien, könne er nicht abschließend sagen. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Fraktion, Götz Frömming, sagte, die Fraktion werde zu diesen offiziellen Gedenkfeiern als im Bundestag vertretene Partei eingeladen.

Die Hauptrede der Gedenkveranstaltung hielt in diesem Jahr Bundesfamilienministerin Karin Prien. Sie stehe hier auch als „Bürgerin und als Nachfahrin von Opfern und Überlebenden der Shoah“, sagte sie. Die CDU-Politikerin berichtete davon, dass ihre Urgroßmutter im NS-Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde.

Der Widerstand des 20. Juli und anderer Gruppen erinnere daran, dass Demokratie nicht allein durch Institutionen gestützt werde. „Sie lebt von einer Ethik der bürgerlichen Verantwortung – von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen, auch wenn dies unbequem ist.“ Verantwortung beginne aus einer Haltung heraus, sagte Prien. Man dürfe nicht zulassen, dass Menschen sich von der Demokratie abwendeten.

„Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute“

„Die Geschichte des Widerstands zeigt uns, Menschen werden nicht als Helden geboren, sie lernen Verantwortung zu übernehmen, lange bevor Freiheit und Menschenwürde auf dem Spiel steht“, sagte die CDU-Politikerin. „Die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute.“

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Diktator Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am Abend im Hof des Bendlerblocks erschossen.

Dort, wo auch das Bundesverteidigungsministerium heute seinen Sitz hat, ist am Nachmittag zum Gedenken außerdem ein feierliches Gelöbnis von 240 Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr geplant.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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