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Startseite»Politik»Wälder in Frankreich, Spanien und Italien brennen
Politik

Wälder in Frankreich, Spanien und Italien brennen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.07.2026 • 11:57 Uhr

An vielen Orten in Europa zeigt sich der Klimawandel in extremer Form: Waldbrände auf Sizilien breiten sich bei Temperaturen um 45 Grad aus. In Frankreich sterben zwei Feuerwehrleute, Hunderte Menschen müssen fliehen.

Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte in mehreren europäischen Ländern kämpfen gegen Waldbrände infolge von extremer Hitze und Trockenheit. Der ungewöhnlich regenreiche Winter und das feuchte Frühjahr ließen in vielen Regionen Gräser, Sträucher und Unterholz stark wachsen. Diese zusätzliche Vegetation ist inzwischen durch Hitzewellen und ausbleibenden Niederschlag – durch den Klimawandel häufiger werdende extreme Wetterereignisse – weitgehend ausgetrocknet.

Besonders schwer betroffen ist derzeit eine Region unweit der spanischen Hauptstadt Madrid: Inzwischen sind nach Schätzungen 29.000 Hektar verbrannt, eine Fläche fast so groß wie die Stadt Bremen. Mittlerweile dehnen sich die Feuer dort aber nicht mehr aus.

Frankreich

In Südfrankreich kämpfen 1.100 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand, der sich im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille bereits auf 2.500 Hektar Fläche ausgebreitet hat. Die Feuerwehr ist mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und rund 350 Fahrzeugen im Einsatz, wie die Präfektur des Départements Var mitteilte.

Rund 500 evakuierte Bewohner bedrohter Ortschaften hatten die Nacht in Notunterkünften verbringen müssen, es gab aber keine ernsthaft Verletzten. 30 bis 40 Gebäude seien durch die Flammen beschädigt worden. Hunderte Haushalte in der Region rund um die Orte Cotignac und Pontevès sind ohne Strom. Etliche Landstraßen wurden gesperrt. Ausgebrochen war der Brand gestern Nachmittag auf einem Feld und hatte sich dann mit rasanter Geschwindigkeit ausgedehnt.

Der Waldbrand im Département Var hatte sich sehr schnell ausgebreitet.

In Frankreich war es in den vergangenen Wochen zu einer Reihe von Großbränden gekommen. Das Land meldete einen Höchstwert an verbrannter Fläche in diesem Jahr: Mehr als 42.000 Hektar Land gingen zwischen Januar und Mitte Juli in Flammen auf. Damit wurde ein früherer Höchststand von 2022 übertroffen.

Bei der Bekämpfung eines Brandes in der Nähe des Flughafens von Bordeaux in Südwestfrankreich kamen gestern zwei Feuerwehrleute ums Leben. Von der Feuerwehr hieß es, die beiden seien in ihrem Löschfahrzeug von den sich rasant ausbreitenden Flammen eingeschlossen worden.

Italien

Auf Sizilien breiten sich immer mehr Waldbrände aus. Die Feuer werden nach Angaben der Rettungsdienste durch den heißen Wüstenwind Scirocco angefacht, der aus dem nahegelegenen Afrika übers Mittelmeer auf Italiens größte Insel gelangt.

Zudem leiden viele Menschen unter der Hitze. Gestern wurden in der Inselhauptstadt Palermo 42,4 Grad gemessen. Die höchste gemessene Temperatur auf der Insel lag sogar bei 46,2 Grad. Heute werden wieder Temperaturen von mehr als 37 Grad erwartet.

In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland von Palermo wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht, weil die Flammen zu nahe an der Ortschaft waren. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Großstadt hingen am Morgen dichte Rauchwolken.

Von der Hitzewelle ist auch Italiens zweitgrößte Insel Sardinien betroffen. Auch dort wüten mehrere Waldbrände.

Spanien

Bei der Bekämpfung eines großen Waldbrandes unweit der spanischen Hauptstadt Madrid gab es erstmals nach fünf Tagen gute Nachrichten. Man sehe bereits „das Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Präsident der betroffenen Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page.

Die nächtliche Arbeit von mehr als 600 Einsatzkräften habe die Ausbreitung der Flammen in Richtung der Provinzhauptstadt Soria „praktisch gestoppt“. Die hohen Temperaturen und starke Winde hatten in den vergangenen Tagen die Löscharbeiten erschwert.

Das seit Donnerstag rund 60 Kilometer nordöstlich von Madrid wütende Feuer hatte sich sehr schnell ausgebreitet und große Sorgen ausgelöst. García-Page hatte von dem schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region gesprochen. Auch Teile der Region Madrid waren betroffen. Rund 1.200 Menschen mussten evakuiert werden.

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