Nach Hinweisen auf einen geplanten gewaltsamen Aufstand von Inhaftierten hat es in der Justizvollzugsanstalt Siegburg einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Was bisher bekannt ist.
Ausgelöst wurde der Großeinsatz am Dienstagabend durch die Aussage eines Inhaftierten. Beteiligt waren rund 100 Einsatzkräfte. Die Lage sei unter Kontrolle, teilte das nordrhein-westfälische Justizministerium mit. Der Einsatz sei gegen 22 Uhr beendet gewesen.
Wir bekommen regelmäßig Hinweise von Gefangenen, wir müssen in jedem Einzelfall sorgsam abwägen und in diesem Fall ist das eben auch passiert
Lukas Kockmann, Pressesprecher NRW-Justizministerium
Der Gefangene habe „verschiedene konkrete Umstände benannt“, die dazu führten, dass der Einsatz eingeleitet wurde.
Polizei und Anstaltsleitung durchsuchten JVA Siegburg
Im Anschluss wurden die einzelnen Zellentrakte durchsucht. Dabei wurden vier Handys und geringe Mengen an Drogen gefunden, bestätigt Kockmann. Verletzte habe es nicht gegeben, heißt es weiter.
Die JVA Siegburg von Innen
Am Mittwoch sind mehrere Daten- und Drogenspürhunde in der JVA im Einsatz.
NRW-Justizminister Limbach „absolut rote Linie“
„Die Androhung bewaffneter Gewalt in unseren Justizvollzugsanstalten ist eine absolute rote Linie“ sagte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne). Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würden die Drahtzieher die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Das Gefängnis in Siegburg ist für rund 600 Inhaftierte ausgelegt.
Die Polizei war in der JVA in Siegburg im Einsatz
Unsere Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa
- Sprecherin NRW-Justizministerium
- WDR-Gespräch mit Lukas Kockmann, Pressesprecher NRW-Justizministerium
Sendung: WDR.de, „Inhaftierte planten wohl Aufstand“, 22.07.2026, 09:25 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 22.07.2026, 12:45 Uhr
