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Startseite»Nachrichten»Bewegende Worte in München: Steinmeier mahnt Deutsche: „Begreifen wir es endlich“
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Bewegende Worte in München: Steinmeier mahnt Deutsche: „Begreifen wir es endlich“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Bewegende Worte in MünchenSteinmeier mahnt Deutsche: „Begreifen wir es endlich“

„Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund“: Mit diesem Satz versucht Bundespräsident Steinmeier aufzurütteln. Anlässlich des zehnten Jahrestags des rassistischen Anschlags in München mahnt das deutsche Staatsoberhaupt, dass solche Taten alle angehen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit bewegenden Worten an die neun Todesopfer des rassistischen OEZ-Attentats vor zehn Jahren in München erinnert. Dabei wandte er sich entschieden gegen Rassismus und Antisemitismus – und gegen jede Einteilung von Menschen nur nach ihrer Herkunft. „Begreifen wir es endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen – unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund. Das macht uns aus“, sagte Steinmeier.

Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) acht Jugendliche und eine erwachsene Frau erschossen, Menschen, die seinem rassistischen Feindbild entsprachen. Weitere Menschen wurden verletzt. Als er gut zweieinhalb Stunden später von Polizeibeamten gestellt wurde, erschoss er sich selbst.

Steinmeier sagte: „Diese rassistische Tat betrifft nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen und Freunde, nicht nur die Stadt München, nicht nur den Freistaat Bayern, sie betrifft unser ganzes Land, und sie geht uns alle in diesem Land an.“ Er betonte: „Die Toten von München, sie bleiben in unserem Gedächtnis.“

Der Hass und die Vernichtungsabsicht des Täters hätten sich gegen Menschen gerichtet, die er als minderwertig angesehen habe, denen er das Recht zu leben abgesprochen habe. „Diese Ideologie kennen wir. In der Geschichte haben Deutsche mit dieser Ideologie millionenfach gemordet“, sagte der Bundespräsident und mahnte: „Niemals dürfen wir uns damit abfinden, dass solches Denken in unserem Land wieder Raum gewinnt. Nicht bei denen, die seit Generationen hier leben; nicht bei denen, die später zugewandert sind.“ Antisemitismus und Rassismus dürften keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. „Dafür zu sorgen, das ist unser aller Pflicht“, sagte Steinmeier.

Niemand stehe aufgrund seiner Herkunft über jemand anderem, betonte das deutsche Staatsoberhaupt. „Bekämpfen müssen wir alle, jede und jeder auf seine Weise und an ihrem Ort, bekämpfen müssen wir ein Klima, das feindlich gegenüber Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist“, sagte Steinmeier.

Die Ermittlungsbehörden hatten vor zehn Jahren rasch von einem Amoklauf eines Einzeltäters gesprochen. Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte, rassistische Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der Rassist Anders Behring Breivik in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 – mehr als drei Jahre nach der Tat am OEZ – stuften die Ermittler diese als rechtsextremistisch motiviert ein.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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