Bei russischen Angriffen auf zwei Busse in der Ostukraine sind mindestens 30 Menschen getötet worden, weitere 18 wurden verletzt. Nach Angriffen auf Kiew und andere Städte musste der Strom dort abgeschaltet werden.
Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Weitere 18 Menschen seien nach bisherigen Erkenntnissen verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.
Militärgouverneur Wadym Filaschkin veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal Fotos von dem ausgebrannten Bus. „Das sind Menschen, die von der russischen Armee getötet wurden“, sagte er. „Dafür gibt es keine Rechtfertigung und kann es auch keine geben.“
Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
Angesichts der „drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage“ wies er die städtischen Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk im Osten des Landes. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung.
Vielerorts Stromausfälle
In der Hauptstadt Kiew und in einigen Landkreisen im Umland sei der Strom notfallmäßig abgeschaltet worden, teilte Vizeenergieminister Artem Nekrassow auf Telegram mit. Der russische Beschuss habe Anlagen beschädigt, es gebe Spannungsabfälle im Hochspannungsnetz. Für die Millionenstadt bedeutete dies, dass in einigen Teilen auch die Pumpen der Wasserversorgung ausfielen.
Auch in den frontnahen Gebieten Sumy, Charkiw, Donezk und Saporischschja brach nach russischen Angriffen die Stromversorgung zusammen. Soweit die Sicherheitslage es zulasse, werde an der Wiederherstellung gearbeitet, sagte Nekrassow.
Viele Tote schon am Vortag
Bereits am Mittwoch hatte es schwere russische Angriffe mit vielen Toten gegeben. Nach einem Raketeneinschlag in einem Gebäude in der nordukrainischen Stadt Pryluky ist die Zahl der Todesopfer auf 22 gestiegen. Das teilte der ukrainische Zivilschutz heute mit.
Unter den Toten seien fünf Kinder. Bei dem Angriff in der Region Tschernihiw wurden demnach am Mittwoch 54 weitere Menschen verletzt, darunter sieben Kinder.
Bei Luftangriffen auf Kiew am Mittwochabend waren zwei Menschen getötet worden, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf ukrainische Angaben, dass am Mittwoch insgesamt 32 Menschen bei russischen Angriffen auf die Ukraine getötet wurden.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Ukrainischer Angriff auf Internetkonzern Yandex
Die Ukraine hat bei einem Gegenangriff im Abwehrkampf gegen Moskaus Invasion ein Rechenzentrum des größten russischen Internetkonzerns Yandex getroffen. Der Angriff löste ein Feuer in dem Gebäude in der Region Rjasan aus, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Teile der Infrastruktur seien betroffen. Die Arbeit dort sei eingestellt worden. Es gebe keine Verletzten; die Lage sei unter Kontrolle.
Yandex bietet mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Das Unternehmen arbeite an der Beseitigung der Folgen und der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Die Kerndienste für Verbraucher seien jedoch nicht betroffen.
In der russischen Stadt Salawat in der Region Baschkortostan brach zudem nach dem Absturz von Drohnenteilen ein Feuer auf einem Industriegelände aus, wie örtliche Behörden mitteilten. Es habe keine Verletzten gegeben. Der Betrieb des Unternehmens laufe weiter.
