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Startseite»Politik»Elster, App, Steuerberater: Frist für die Steuererklärung endet
Politik

Elster, App, Steuerberater: Frist für die Steuererklärung endet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 25, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 25.07.2026 • 18:10 Uhr

Noch bis zum 31. Juli bleibt vielen Steuerpflichtigen Zeit für die Steuererklärung für 2025. Ob Elster, Apps oder Steuerberater: Oft winkt eine Erstattung von mehr als 1.000 Euro.

Philipp Wundersee

Die Frist rückt näher, doch längst nicht alle haben ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2025 schon erledigt. Während manche die Unterlagen bereits abgegeben haben, schieben andere die Aufgabe noch vor sich her. Dabei kann sich der Aufwand lohnen: Im Durchschnitt erhalten Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 1.240 Euro zurück.

Für Jörg Leine vom Geldratgeber Finanztip ist deshalb vor allem eines ein Unding: die Steuererklärung nicht anzugehen. „Der größte Fehler ist, die Steuererklärung einfach nicht zu machen. Man hat nichts zu verlieren“, sagt Leine. Selbst Menschen, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, hätten oft die Chance auf eine Rückerstattung. „Das Schwierigste an der Steuererklärung ist es, die ganzen Belege zu finden und diese vorzubereiten. Die Erklärung selbst geht dank App oder Programm zügig“, sagt der Steuerfachmann.

Große Auswahl an Apps

Die Auswahl an Möglichkeiten ist dabei groß. Das Finanzamt bietet mit „Mein Elster“ eine kostenlose Lösung an. Daneben gibt es zahlreiche Steuer-Apps und -Programme. Wer persönliche Unterstützung möchte, kann sich an einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater wenden.

Gerade für Menschen, die kurz vor Fristende noch starten müssen, sieht Leine Vorteile bei Steuer-Apps auf dem Handy. „Wer nächste Woche abgeben muss, für den geht es tatsächlich am schnellsten mit einer Steuer-App. Man bekommt gute Unterstützung dabei. Und muss sich nicht darum kümmern, wie das Ganze zum Finanzamt kommt“, sagt Leine. Viele Programme arbeiten dabei mit einfachen Fragen statt mit komplizierten Steuerformularen.

Bei Elster sei das anders. Das offizielle Angebot des Finanzamts richte sich eher an Menschen, die sich bereits mit steuerlichen Themen beschäftigt haben. Wer die Systematik kenne, könne gut damit arbeiten. „Man sollte schon ein wenig mehr von Steuern wissen. Elster ist etwas für Fortgeschrittene. Wer sich da einmal reingefuchst hat, kann das machen“, sagt Finanztip-Fachmann Leine.

Kostenlose Anbieter „erstaunlich gut“

Für Einsteiger seien Apps und moderne Steuersoftware jedoch oft leichter verständlich, weil sie die Fragen in Alltagssprache formulieren, nicht im „Steuerdeutsch“, wie Leine es nennt. Die Kosten für Steuer-Apps liegen meist zwischen 20 und 40 Euro. Einige Anbieter bieten auch kostenlose Varianten an und seien erstaunlich gut.

Viele Anwendungen prüfen automatisch, ob Angaben fehlen, und erinnern an häufig übersehene Ausgaben. „Mein Lieblingssteckenpferd sind die Nebenkostenabrechnungen. Für Menschen, die zur Miete wohnen oder in einer Hauseigentümergemeinschaft leben. Da stecken haushaltsnahe Dienstleistungen drin wie der Hausmeister oder die Treppenhausreinigung. Davon gibt es 20 Prozent zurück von der Steuer“, sagt Leine.

Steuersoftware für den Computer spielt vor allem bei komplexeren Steuerfällen eine Rolle. Wer beispielsweise ein Gewerbe betreibt oder sich mit Umsatzsteuer beschäftigen muss, benötigt oft umfangreichere Programme. Für die meisten Angestellten, Rentner oder Studierenden reichen Apps mittlerweile aus.

Hilfe von Experten – günstig oder etwas teurer

Zwischen dem Selbermachen und dem Steuerberater stehen die Lohnsteuerhilfevereine. Sie übernehmen die Steuererklärung für viele Arbeitnehmer, Rentner und Studierende und helfen auch bei Rückfragen des Finanzamts oder Einsprüchen. Die Beiträge liegen meist zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr und sind damit deutlich günstiger als ein Steuerberater.

Ein Steuerberater lohnt sich vor allem bei komplizierten Fällen. Dazu zählen etwa Unternehmen mit Angestellten, umfangreiche gewerbliche Tätigkeiten oder besondere steuerliche Konstellationen. „Sobald eine Selbstständigkeit überschaubar bleibt, kann man das selbst machen. Da ist ein Steuerberater rausgeschmissenes Geld“, sagt Experte Leine.

Eigene KI der Apps funktioniert

Auch Künstliche Intelligenz wird zunehmend für Steuerfragen genutzt. Dienste wie ChatGPT & Co. können dabei helfen, Fachbegriffe zu verstehen oder erste Orientierung zu geben. Als alleinige Grundlage für steuerliche Entscheidungen eignen sie sich nach Einschätzung von Experten jedoch nicht.

„Einige Anbieter haben in ihrem Programm eine eigene KI. Die nutzen nicht das gesamte Internet, sondern ihr eigenes, gesammeltes Wissen. Die haben einen riesigen Fundus an Inhalten, die sinnvoll sind und unseren Praxistest super gemeistert haben“, rät Leine.

Genug Zeit ist das höchste Gut

Der wichtigste Rat des Experten lautet jedoch: Zeit einplanen. Auch wenn viele Erklärungen inzwischen bequem am Smartphone erstellt werden können, sollte man sie nicht nebenbei erledigen.

Wer die Steuererklärung jetzt noch angeht, hat also gute Chancen, dass sich die Mühe auszahlt. Denn oft steckt hinter einigen Stunden Arbeit eine Rückerstattung von mehr als 1.000 Euro.

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Dr. Heinrich Krämer
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