UEFA sagte Boykott ab
Elfmeterschießen entscheidet U20-Frauen-WM, die nicht stattfinden sollte
Die spanischen Juniorinnen setzen die Dominanz ihrer Nation im Fußball fort. Auch der Weltmeister-Titel der U20 geht an die Südeuropäerinnen. Sie haben Glück, dass die UEFA ihren Boykott rechtzeitig abbläst.
Spanien ist Fußball-Weltmeister. Nach den Frauen 2023 und den Männern im Sommer, gewinnen auch die U20-Juniorinnen den Titel. Und das bei einem Turnier, das auf der Kippe stand. Die UEFA hatte den angedrohten Boykott wegen der eigensinnigen Pläne von FIFA-Boss Gianni Infantino rechtzeitig vor der WM in Polen zurückgezogen.
Spanien musste dabei im Finale von Lodz vor den Augen von Infantino ganz schön ackern. Wieder einmal ging es gegen Nordkorea – bis ins Elfmeterschießen. Schließlich gewann Spanien 4:3 i.E. (0:0, 0:0, 0:0). Auch dank Torhüterin Laia Lopez, die zwei Elfmeter hielt.
Das Duell mit Nordkorea war dabei kein Neues. Es war die Neuauflage der vergangenen zwei WM-Finals der U20-Frauen. 2022 gewann Spanien zum ersten Mal in der U20-WM-Geschichte, 2024 hatte Nordkorea den dritten Titel feiern können. Zudem waren bei diesem Turnier einige Spielerinnen dabei, die auch schon 2024 im Finale der U17-WM aufeinandergetroffen waren. Damals hatte Nordkorea gesiegt – im Elfmeterschießen.
Garantien der FIFA an die UEFA
„Ich glaube, das ist der glücklichste Tag unseres Lebens“, sagte die spanische Verteidigerin Silvia Cristobal. „Seit wir klein waren, haben wir davon geträumt, hier zu stehen und diesen lang ersehnten Pokal in die Höhe zu recken.“ Die jungen Spanierinnen setzen damit die Dominanz ihres Landes im Fußball der Frauen fort. In den vergangenen zehn Jahren gewannen sie zwei U17- und zwei U20-Weltmeisterschaften, dazu den Titel bei den Erwachsenen.
Platz drei sicherte sich die Auswahl Kolumbiens, die im Elfmeterschießen Italien bezwang (4:3). Deutschland hatte sich nicht für das Turnier qualifizieren können.
Die Weltmeisterschaft war angesichts der mittlerweile gescheiterten Investorenpläne von Infantino in den Blickpunkt gerückt. Sie wäre das erste Turnier gewesen, das dem angedrohten Boykott der UEFA zum Opfer gefallen wäre. Der europäische Verband hatte dies als Reaktion angekündigt, da die FIFA die kommerziellen Teile von Weltmeisterschaften privatisieren wollte. Über das Projekt „FIFA Forward Enterprise“ sollten 20 Prozent Anteile an private Investoren für rund 20 Milliarden Dollar veräußert werden.
Der Boykott wurde fallen gelassen, nachdem die UEFA konkrete Garantien erhielt, dass der Weltverband niemals erneut versuchen werde, Beteiligungen an der Weltmeisterschaft zu verkaufen. Die FIFA habe verbindlich zugesichert, dass ein vergleichbares Modell wie das gescheiterte Vorhaben ihres Präsidenten nicht erneut zur Diskussion gestellt werde.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara
