Wut-Abrechnung via Instagram
FIFA-Boss Gianni Infantino schreibt schräge Lobeshymne an Argentinien
27.07.2026 | 08:24 Uhr
Gianni Infantino ist der größte Fan der Fußball-WM. Auf seine Kritiker reagiert der FIFA-Boss via Instagram nun mit deutlichen Worten. Zudem schreibt er einen Brief an Argentinien. Der Inhalt ist durchaus skurril.
Kritik an der Fußball-Weltmeisterschaft ist nicht erwünscht. Zumindest nicht bei FIFA-Boss Gianni Infantino. Der Schweizer rechnet via Instagram wütend mit jenen ab, die das gerade beendete Turnier in den USA, Mexiko und Kanada madig machen wollen. Er warf er Medien und anderen Beobachtern vor, „Hass“ und falsche Informationen zu verbreiten. Die Weltmeisterschaft habe „die Menschheit von ihrer besten Seite“ gezeigt und Milliarden auf der ganzen Welt begeistert. Wer das nicht erkannt habe, befand Infantino, sei „von Hass und Kritik so vereinnahmt“ gewesen, dass ihm die Freude am Spiel Fußball offenbar entgangen sei.
In seiner 15-teiligen Botschaft teilte Infantino weiter aus. „An diejenigen, die hinter ihren Schreibutensilien und Bildschirmen sitzen und Hass sowie falsche Gerüchte verbreiten, möchte ich sagen: Während ihr dort sitzt, stehen wir an vorderster Front – wir organisieren, arbeiten hart und liefern die beste Show der Welt.“
Kritik hatte die FIFA vor allem dafür erhalten, dass sie Donald Trump hörig wurde. Der US-Präsident wollte die Rote Karte gegen den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun nicht akzeptieren und intervenierte bei der FIFA. Infantino wehrte sich dagegen, Trump habe tatsächlich Einfluss auf die Entscheidung genommen, die Rote Karte tatsächlich auf Bewährung auszusetzen. Kurz vor dem Finale sprach Trump aber erneut davon, dass Infantino eine sehr gute Entscheidung getroffen habe. Als der US-Präsident ihm die Aufhebung der Sperre persönlich zurechnete, murmelte Infantino dagegen etwas und lächelte nur verlegen.
„Liebe zu diesem wunderbaren Sport“
Infantino schrieb in der wütenden Abrechnung auf seinem Instagram-Kanal nun dazu: „Tatsächlich gehören diskutable Schiedsrichterentscheidungen oder merkwürdige Disziplinarurteile – wie etwa möglicherweise fehlerhafte Rote oder Gelbe Karten oder der nachträgliche Verzicht auf Spielersperren in bestimmten Situationen – zum Alltag und sind in einigen der weltweit größten Ligen weitgehend akzeptiert.“
Der „Fall Balogun“ war nur die Spitze der Kritik an der FIFA. Zuvor hatten bereits die hohen Ticketpreise für große Empörung gesorgt, ebenso wie die Visa-Beschränkungen für Fans und Offizielle einzelner Länder. Oder aber das Einreiseverbot für WM-Schiedsrichter Omar Artan, der angeblich Kontakte zu Mitglieder einer „terroristischen“ Vereinigung gehabt haben soll. Offizielle Beweise dafür wurden nicht vorgelegt.
Zudem wurde bekannt, dass Infantino der argentinischen Nationalmannschaft einen Brief geschrieben hat. Das Schreiben ging an den Präsidenten des Verbands, an Claudio Tapia. Infantino gratulierte der „Albiceleste“ zum Gewinn der Silbermedaille und sprach davon, dass die Leistungen des Teams „entscheidend“ dazu beigetragen hätten, Hi Vdie WM ein „außergewöhnliches Ereignis“ wurde. In dem Schreiben lobte Infantino, dass die „Erfolge das Ergebnis ständiger Arbeit, Professionalität und Liebe zum Detail“ seien. „Aber auch von Leidenschaft, Engagement und der Liebe zu diesem wunderbaren Sport. All dies verheißt eine vielversprechende Zukunft und wird zweifellos den Weg für neue und große Erfolge des argentinischen Fußballs ebnen.“
Die Leistung der Argentinier vor allem im Finale gegen Spanien (0:1) hatte indes viel Wut auf sich gezogen. Die Mannschaft fiel weniger durch guten Fußball auf sondern mehr Fouls und Unsportlichkeiten. Zudem gab es im Turnier zahlreiche Theorien über eine vermeintlich zu große Nähe des FIFA-Bosses und der Albiceleste. Mehrere Schiedsrichter-Entscheidungen untermauerten die Kritik daran.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno
