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Startseite»Nachrichten»Roter Riesenstern ist nicht solo: Rätsel um Beteigeuze gelöst
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Roter Riesenstern ist nicht solo: Rätsel um Beteigeuze gelöst

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 29, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Roter Riesenstern ist nicht soloRätsel um Beteigeuze gelöst

Mithilfe des Very Large Telescope (VLT) der Eso haben Astronomen das bisher schärfste Bild des Sterns aufgenommen, bei dem es sich wahrscheinlich um Beteigeuze B handelt – einen Stern, der Beteigeuze umkreist. (Foto: ESO/M. Montargès et al. Background: N. Rissinger (skysurvey.org)/dpa)

Einer der bekanntesten Sterne, die Beteigeuze, schwankt periodisch in seiner Leuchtkraft. Nun liefern Astronomen eine Erklärung für das Phänomen: Ein zweiter Stern bildet mit dem roten Riesen ein bisher unbekanntes Doppelsystem. Eine große Überraschung für die Forscher.

Beteigeuze im Sternbild Orion zählt zu den hellsten Sternen am Nachthimmel – und er ist ein Stern, der Himmelsforschern immer wieder Kopfzerbrechen bereitet. So schwankt die Helligkeit des roten Riesensterns mit einer rätselhaften Periode von sechs Jahren. Beobachtungen eines Forschungsteams mit dem „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte Eso liefern nun eine Erklärung: Neben Beteigeuze gibt es nachweislich einen zweiten Stern. Die beiden bilden ein Doppelsystem mit einer Umlaufzeit von sechs Jahren, also genau der Periode der bislang mysteriösen Helligkeitsschwankung, berichten die Forscher im Fachblatt „Astronomy & Astrophysics“.

Beteigeuze ist als linker Schulterstern des Jägers Orion leicht am Winterhimmel zu erkennen. Selbst für Laien sind seine Helligkeitsschwankungen mit bloßen Augen sichtbar: Mal leuchtet Beteigeuze heller, mal schwächer als Rigel, der Stern, der den linken Fuß des Orion markiert. Die Helligkeit von Beteigeuze zeigt dabei zwei unterschiedliche Perioden, eine mit einer Länge von etwa 400 Tagen, eine zweite mit einer Länge von sechs Jahren. Die kürzere Periode erklären die Astronomen mit der magnetischen Aktivität und der damit verbundenen Bildung dunkler, kühler Regionen ähnlich den Sonnenflecken auf der Oberfläche des Sterns.

Die längere Periode blieb jedoch bislang mysteriös. Seit Jahren sehen die Himmelsforscher einen zweiten Stern als mögliche Ursache, der Beteigeuze mit seiner Schwerkraft beeinflusst und so die Helligkeitsschwankungen auslöst. Doch die Suche nach einem solchen Begleiter ist schwierig: Beteigeuze leuchtet hell und überstrahlt alle Objekte in seiner Nähe.

Ein Zusatzgerät brachte den Durchbruch

Vor einem ähnlichen Problem stehen Astronomen bei der Suche nach Planeten bei anderen Sternen. Die Europäische Südsternwarte hat deshalb das „Very Large Telescope“ mit „Sphere“ ausgestattet, einem Zusatzgerät, das gezielt das Licht eines Sterns ausblendet, um leuchtschwächere Objekte in der Umgebung aufzuspüren. Und dieses Gerät haben Miguel Montargès von der Sternwarte Paris und seine Kollegen gewissermaßen zweckentfremdet, um die Umgebung von Beteigeuze nach einem Begleiter abzusuchen.

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Mit einem Zusatzgerät gelang es, den Begleiter der Beteigeuze aufzuspüren (Farbkomposition aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2, DSS2). (Foto: ESO/M. Montargès et al. Background: N. Rissinger (skysurvey.org)/dpa)

Mit Erfolg: Auf den mit „Sphere“ gewonnenen Aufnahmen zeigt sich deutlich ein schwacher Lichtpunkt direkt neben Beteigeuze. Mehr noch, dieser Lichtpunkt befindet sich genau dort, wo er auf Basis theoretischer Überlegungen vorhergesagt wurde. „Ich bin vom Stuhl aufgesprungen, als ich die prozessierten Bilder sah“, erinnert sich Montargès. „Ehrlich gesagt dachte ich nicht, dass unsere Empfindlichkeit ausreichen würde, um den Begleiter Beteigeuzes wie vorhergesagt nachzuweisen.“ Denn die Forscher waren bislang von einem Stern ausgegangen, der etwa so groß und hell wie unsere Sonne ist. Wie sich nun zeigte, besitzt der Begleiter von Beteigeuze jedoch die zwei- bis dreifache Masse der Sonne und leuchtet entsprechend heller.

Über Hinweise auf den Begleiter hatte bereits ein anderes Forscherteam vor einem Jahr auf der Basis von Beobachtungen am Gemini-Nord-Teleskop auf Hawaii berichtet. Allerdings hatten die Wissenschaftler dabei ein kompliziertes Verfahren verwendet, das Zweifel an der Realität des so erzeugten Bildes zuließ. Montargès und seine Kollegen betonen nun, dass „Sphere“ den Begleiter direkt abbildet – es handelt sich also um die erste echte Aufnahme des Sterns. „Um absolut sicher zu sein, dass der Begleiter wirklich da ist, müssen wir ihn in einem Jahr auf der anderen Seite des Sterns beobachten“, meint Montargès zwar. „Es bleibt aber nur sehr wenig Raum für Zweifel.“

Quelle: ntv.de, Rainer Kayser, dpa

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