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Startseite»Nachrichten»Dystopische Szenen in Frankreich: Feuerwehr kämpft verzweifelt gegen neue Brände
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Dystopische Szenen in Frankreich: Feuerwehr kämpft verzweifelt gegen neue Brände

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 29, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Dystopische Szenen in FrankreichFeuerwehr kämpft verzweifelt gegen neue Brände

Der Lebensraum dieses Rehs ist zerstört. (Foto: AP Photo/Baz Ratner)

Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die verheerenden Waldbrände an Frankreichs Atlantikküste. Jetzt rollt eine neue Hitzewelle an. Dort, wo die Feuer eingedämmt sind, hinterlassen sie eine apokalyptische Landschaft.

Die Feuerwehr hat ihren Kampf gegen wiederaufflammende Brände in der Region bei Bordeaux an der französischen Atlantikküste auch in der Nacht fortgesetzt. Mit dem Start einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fürchten die Einsatzkräfte, dass große Trockenheit und Wind den zwischenzeitlich eingedämmten Brand wieder unkontrolliert auflodern lassen. Der Wetterdienst Météo France warnte vor einem Anstieg des Waldbrandrisikos.

Gestern hatte es tagsüber bereits 14 Neuausbrüche der Brände in der Region gegeben, wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend sagte. Zum Wiederaufflammen der Brände kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewütet hatte. „Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus“, sagte die regionale Verwaltungschefin.

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Tausende Feuerwehrleute sind in der Gluthitze im Einsatz. (Foto: AP Photo/Emma Da Silva)

Auch in der Nacht wurden aus verschiedenen Orten neu aufflammende Brände gemeldet, die vor dem dunklen Himmel bedrohlich in den Himmel loderten. Dazwischen war der Lichtschein der Scheinwerfer der Feuerwehrkräfte zu sehen. Dichter Dunst lag in der Luft, es roch verbrannt. Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen Bäume mit angesengten Stämmen und vertrockneten Blättern. Die Auswirkungen der Brände auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch. Ein verirrtes Reh suchte in der apokalyptischen Landschaft seinen Weg.

Weiterhin seien 2750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und über 1400 Polizeikräfte im Einsatz, sagte die Präfektin. 110 Feuerwehrleute wurden demnach inzwischen im Einsatz verletzt. In der Gluthitze rennen die Wehrleute beim Wiederaufflammen der Brände in den Wald und schießen Wassermassen auf Flammen. Mit erschöpften Gesichtern blicken viele von ihnen auf die mit der Windrichtung drehenden Rauchschwaden der neuen Feuer. Teils wird es dunkel wie in der Nacht.

Den Kampf um die Wohnhäuser der Menschen haben die Einsatzkräfte nicht überall gewonnen. Manche Häuser konnten sie vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört, wie sich bei einer Fahrt durch die niedergebrannte Landschaft zeigte. Dächer sind durch das Feuer eingebrochen, Fensterscheiben geborsten, Hecken und einst wohl schicke Vorgärten komplett verkohlt.

Einige Evakuierte dürfen zurück

Dennoch habe sie eine positive Nachricht, sagte die Präfektin. Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dürfen zurück in ihre Häuser – unter zwei Bedingungen. Sie müssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben für eine mögliche erneute Evakuierung.

Und auch ihren Aufruf an Touristen vom Sonntag, am besten gar nicht in die Region zu reisen, relativierte die Präfektin. Im von den Bränden verschonten Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich. Im Süden müssten Touristen jedoch die Brandgebiete selbst meiden und sich auf eine mögliche Evakuierung gefasst machen.

In Spanien bessert sich die Lage

In Spanien feierten die Einsatzkräfte bei der Bekämpfung mehrerer verheerender Waldbrände derweil erhebliche Erfolge. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. 

Dabei entwickeln die Löscharbeiten sich zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat für heute den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten dann deutlich erschweren.

Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt. 

In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekannt. Die Bewohner von 15 Ortschaften durften demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem wurden für sechs weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen.

Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d’Uixó erfassten die Flammen bisher rund 10.000 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, viele konnten inzwischen aber zurückkehren. 

Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern – fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das größte der jüngeren Geschichte Spaniens, das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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