Zahlreiche Migranten sind zuletzt in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt – allein in den vergangenen Stunden sollen es Hunderte gewesen sein. Der Regionalpräsident rief Madrid auf, das Militär einzusetzen.
Mehr als 1.500 Migranten sind nach Behördenangaben innerhalb einer Woche überwiegend schwimmend in die an Marokko grenzende spanische Exklave Ceuta gelangt. Allein in den vergangenen Stunden erreichten erneut Hunderte Menschen das Gebiet, wie der staatliche spanische Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Regionalbehörden berichteten.
Angesichts dieses Andrangs rief Regionalpräsident Juan Jesús Vivas die Zentralregierung in Madrid dazu auf, aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ den Notstand zu verhängen. Er bat zudem um die Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und der Armee an die Grenze zwischen Marokko und Ceuta. Das Innenministerium in Madrid teilte mit, man werde die Sicherheit der Bürger und die Unversehrtheit der Landesgrenze gewährleisten, doch könne die Regierung angesichts der Migrationslage keinen nationalen Notstand ausrufen.
Laut einem Medienbericht gelangten heute auch Migranten über den Grenzzaun hinweg nach Ceuta. Sie hätten die Sperranlagen vor der Stadt überwunden, die zu diesem Zeitpunkt nicht von der Polizei bewacht worden seien, meldete die spanische Nachrichtenagentur EFE.
Aufnahmeeinrichtungen überlastet
Die spanische Exklave gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Zugangspunkte für afrikanische Migranten nach Europa. Immer wieder versuchen Menschen, von Marokko aus schwimmend oder über die Grenzanlagen in die spanische Exklave und damit auf EU-Gebiet zu gelangen. In den vergangenen Tagen stieg ihre Zahl noch einmal deutlich.
Bereits am Mittwoch hatte Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Straßen übernachten. Auf Videos vom Strand von Tarajal waren Menschenmengen zu sehen, die um die Wellenbrecher herum sowie über den Strand und durch die Straßen liefen.
