Ganz so heiß wie im Juni war es nicht, doch in drei Bundesländern wurde ein neuer Juli-Rekord aufgestellt – mit bis zu 40,5 Grad. Auf die Hitze folgten vielerorts Gewitter. Am Möhnesee in NRW wurden zwei Jugendliche verletzt.
Es war der Höhepunkt einer weiteren Hitzewelle in Deutschland: An mehreren Orten wurde am Donnerstag die 40-Grad-Marke geknackt. Den höchsten Wert meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit 40,5 Grad aus Bernburg in Sachsen-Anhalt. Dahinter folgten 40,4 Grad in Kitzingen (Bayern), 40,2 Grad in Ohlsbach (Baden-Württemberg), 40,1 Grad in Frankfurt am Main und Bad Nauheim (Hessen) sowie 40,0 Grad in Rheinfelden in Baden-Württemberg.
Damit wurde in drei Bundesländern ein neuer Hitzerekord für den Juli aufgestellt, nämlich in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern. Allerdings handelt es sich um vorläufige Werte, die noch überprüft werden. Der bundesweit jemals gemessene Rekord blieb dagegen unangetastet. Er liegt bei 41,8 Grad – in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt während der Hitzewelle Ende Juni.
Jugendliche am Möhnesee verletzt
Auf die Hitze folgten in vielen Regionen heftige Gewitter, Starkregen und auch Sturmböen – und ein Temperatursturz. In Nordrhein-Westfalen wurden bei einem Unwetter zwei junge Männer am Möhnesee durch einen herabfallenden Ast verletzt. Die Teenager im Alter von 18 und 19 Jahren kamen ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Sie waren mit einer Gruppe in einem Waldgebiet am Rande des Möhnesees im Sauerland unterwegs. In Paderborn wurde das Libori-Volksfest wegen des Unwetters zwischenzeitlich unterbrochen.
Auch über Niedersachsen gab es kräftige Gewitter teils mit heftigem Wind. Größere Schäden waren bis zum frühen Abend nicht bekannt. Polizei und Feuerwehr hatten vor allem mit umgestürzten Bäumen zu tun. In Hannover wurde ein für den Abend geplantes Konzert des Popsängers Alvaro Soler abgesagt. Das Maschseefest öffnete wegen des Unwetters später.
Entspannung am Wochenende
Im niedersächsischen Faßberg erfassten die Messgeräte zeitweise Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde – ab 118 ist Orkanstärke erreicht. Dem ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke zufolge kommt das im norddeutschen Flachland nur einmal im Jahrzehnt vor. Nach ersten Erkenntnissen entstanden jedoch keine schweren Schäden. Umgestürzte Bäume behinderten teils den Verkehr.
Für Freitag geht der DWD von bis zu 27 Grad im Norden und Nordwesten und 27 bis 35 Grad im Rest des Landes aus. Im Südosten kann es morgen nochmal bis zu 38 Grad heiß werden. Am Samstag sagt der DWD dann Höchsttemperaturen im Norden um 24 Grad und sonst 26 bis 32 Grad voraus – ähnlich am Sonntag. Danach werden für das Wochenende wieder etwas niedrigere Temperaturen erwartet.
