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Startseite»Politik»Medien berichten von mehr als 40.000 Migranten in Ceuta
Politik

Medien berichten von mehr als 40.000 Migranten in Ceuta

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 31, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 31.07.2026 • 11:18 Uhr

Medienberichten zufolge sollen mehr als 40.000 Migranten in die spanische Exklave Ceuta gelangt sein – auch befeuert von Gerüchten über eine Grenzöffnung. Spanien hat zusätzliche Soldaten mobilisiert.

Stefan Ehlert

Mehr als 40.000 Menschen sollen es schon über die Grenze geschafft haben, melden verschiedene Medien, doch auch heute ist die Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta noch nicht beigelegt.

Es gibt Berichte, wonach sich weiterhin Menschen auf den Weg zur Grenze machen, obwohl Marokkos Polizei begonnen haben soll, sie davon abzuhalten.

Außerdem ist unklar, wie die Menschen, die schon irregulär schwimmend oder zu Fuß nach Ceuta „eingereist“ sind, wieder aus der Stadt gebracht werden können. Spanien hat zusätzliche Soldaten mobilisiert zur Grenzsicherung in Ceuta. Am Mittag werden dort Premier Pedro Sánchez und Innenminister Grande Marlaska erwartet.

Auffanglager überfüllt – Menschen schlafen im Freien

Nicht nur in Spaniens Exklave Ceuta, auch in den Orten drumherum sind die Zustände derzeit alles andere als normal. Die Nachrichtenagentur AFP zeigt Bilder von Menschenmengen, die sich in der Nacht unter den Augen marokkanischer Gendarme in Fnidek, nicht weit weg von Ceuta, versammeln.

Sie habe es nicht bis auf europäischen Boden geschafft, sagt die 40-jährige Fatima Zahra aus dem 75 Kilometer entfernten Tanger: „Als ich morgens aufwachte, hörte ich mehrere junge Leute, Jungen und Mädchen, sagen, dass die Grenze nach Ceuta um 22 Uhr geöffnet worden sei“, erzählt Zahra. „Wir arbeiten hier unter schlechten Bedingungen, und niemand gewährt uns unsere Rechte, also haben wir uns gesagt: ‚Versuchen wir auch unser Glück‘ und sind hierhergekommen.“

Gerücht über Grenzöffnung kursiert in sozialen Medien

Über soziale Medien haben sich Bilder verbreitet von Hunderten, wenn nicht Tausenden, zumeist jungen Menschen, die schwimmend und zu Fuß die Grenzanlagen von Ceuta überwinden. Dazu haben sich offenbar auch allerlei Falschinformationen verbreitet über eine mutmaßliche, generelle Grenzöffnung.

„Wir verstehen nicht, was hier wirklich vor sich geht, niemand versteht es wirklich“, berichtet Karim, der ebenfalls versucht hatte, die Grenze zu überqueren. „Die meisten waren gerade bei der Arbeit, als sie plötzlich hörten, dass die Grenze offen sei und dass junge Leute eingereist seien, und schon waren alle hier.“

Mindestens 18 Menschen sterben

Bis zu vier Stunden kann es dauern, Ceuta von der marokkanischen Küste aus schwimmend zu erreichen. Dabei sind nach Medienberichten mindestens 18 Menschen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen. Zudem ist die Lage in Ceuta selbst unhaltbar. Die Nacht verbrachten viele der Migranten im Freien, es ist unklar wo sie etwas essen oder auch nur Sanitäranlagen finden können.

Trotzdem gibt es Berichte, wonach weiterhin vorwiegend junge Marokkaner versuchen, nach Ceuta zu gelangen und dabei auch die inzwischen aufgebauten Polizeisperren zu umgehen suchen.

Keine Stellungnahme von Marokko

Von Spaniens Ministerpräsident Sánchez und seinem Innenminister Marlaska werden bei ihrem Besuch am Mittag in Ceuta Antworten erwartet auf die Frage, wie der Andrang zu stoppen und die Neuankömmlinge wieder aus Ceuta herauszuführen sind.

Spanien hat zusätzliche Soldaten und Polizisten mobilisiert, um den Grenzübertritt zu erschweren. Marokko kooperiert, auch wenn sich hier noch kein Minister öffentlich zu Wort gemeldet hat. Nach Angaben der marokkanischen Botschafterin in Madrid, Karima Benyaicha, ist der Andrang auf Ceuta nicht in Marokkos Interesse, die Menschen müssten zurückkehren.

„Ich habe die Hölle erlebt“

Je höher die Hürden, deutet der 32-jährige Marokkaner Abdelhakim in Fnidek an, desto eher ließen die Leute davon ab, auf dem Weg auf europäischen Boden in Ceuta ihr Leben zu riskieren: „Ich wusste nichts davon. Heute Morgen habe ich davon erfahren und bin hierhergekommen“, sagt er. „Ich habe die Hölle erlebt. Wir sind 14 Kilometer zu Fuß durch die Berge gelaufen, aber wir dachten uns, das sei nicht schlimm, solange die Grenze offen sei.“

Als sie ankamen, habe man ihnen gesagt, sie sollten den Weg zum Meer nehmen. „Da war ich plötzlich völlig unter Wasser, ich drohte zu ertrinken, und ich sah zwei 22-jährige junge Männer vor meinen Augen sterben“, berichtet Abdelhakim. „Da habe ich einen Rückzieher gemacht; mir wurde bewusst, dass auch ich zwei Kinder habe und mein Leben nicht aufs Spiel setzen konnte.“

Der gestrige Massenandrang fiel auf den 27. Jahrestag der Thronbesteigung Mohammeds VI., ein Feiertag. Der Monarch beging die Feierlichkeiten des Thronfests in einem Ort nicht weit von Ceuta entfernt, doch die dortige Krise spielte in seiner Ansprache keine Rolle.

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Dr. Heinrich Krämer
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