Israel und die Hamas hätten einer Vereinbarung zugestimmt, erklärt US-Präsident Trump – die Entwaffnung der Terrororganisation sei Teil davon. Doch weder die Hamas noch Israel haben die Aussagen bisher bestätigt.
Weder die Hamas noch Israel haben sich bisher zu einer von US-Präsident Donald Trump bekannt gegebenen Einigung offiziell geäußert. Dem Präsidenten zufolge hat der „Friedensrat“ eine Vereinbarung erzielt. Diese sehe eine „vollständige Entwaffnung“ der Terrororganisation Hamas vor, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Im Gegenzug würden die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen abziehen.
Laut Trump ist das Abkommen ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung eines Plans zur Beendigung des Kriegs im Gazastreifen. Die Umsetzung solle in Phasen erfolgen. Während die Entwaffnung voranschreite, würden sich die israelischen Streitkräfte zurückziehen. Ein Zeitplan für diese Schritte blieb offen.
In einigen Medien äußerten sich vereinzelt Hamas-Vertreter und stellten Forderungen an Israel. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters betonte Hamas-Vertreter Ghazi Hamad, Israel müsse dem Abkommen zuerst zustimmen. Erst dann werde die Hamas den Plan über eine schrittweise Entwaffnung umsetzen. Von Israel gab es bislang keine offizielle Bestätigung der Berichte.
ARD-Korrespondent: „Komplexes Unterfangen“
Nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Jan-Christoph Kitzler wird es noch ziemlich viel Druck auf beide Seiten geben müssen, damit es vorangehe.
Durch den stufenweisen Aufbau des Plans gebe es zudem viele Fallstricke, so Kitzler auf tagesschau24. „Die Hamas betont, Israel müsse zunächst einmal die Verpflichtungen aus der ersten Phase erfüllen, damit es überhaupt weitergeht.“ Außerdem forderten sie Garantien.
Auf israelischer Seite gebe es die Forderung nach einer vollständigen Entmilitarisierung des Gazastreifens. „Das würde dann jede Art von Waffen einbeziehen, und das ist ein komplexes Unterfangen“, so Kitzler. Mit einer Einigung mit der Hamas sei es nicht getan. „Es geht dabei nicht nur um die Hamas, sondern auch um andere militante Gruppen im Gazastreifen und um bewaffnete Clans.“
Formelle Waffenruhe seit Oktober
Obwohl seit Oktober 2025 formell eine Waffenruhe im Gaza-Krieg herrscht, kommt es immer wieder zu tödlichen Konfrontationen und Angriffen. Im Zuge eines von Trump vermittelten Friedensplans wurde zu Jahresbeginn ein international besetzter „Friedensrat“ ins Leben gerufen. Sichtbare Fortschritte blieben jedoch aus. Das Gremium gilt als höchst umstritten.
