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Startseite»Nachrichten»Bahn-Chefin wird deutlich: Palla sieht „organisierte Verantwortungslosigkeit“ im Bahn-Management
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Bahn-Chefin wird deutlich: Palla sieht „organisierte Verantwortungslosigkeit“ im Bahn-Management

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Bahn-Chefin wird deutlichPalla sieht „organisierte Verantwortungslosigkeit“ im Bahn-Management

Palla hatte im Oktober letzten Jahre Rüdiger Grube an der Spitze der Bahn abgelöst. (Foto: REUTERS)

Zugverspätungen bleiben das große Problem der Deutschen Bahn, doch das ist längst nicht alles. Die Bahn stecke in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte, sagt Unternehmenschefin Palla und erklärt auch, wer das aus ihrer Sicht zu verantworten hat.

Im Zuge des Bahn-Umbaus kritisiert Konzernchefin Evelyn Palla ihre Führungskräfte mit ungewöhnlich scharfen Worten. Mangelnde Leistungsbereitschaft im Management sei eine Ursache der Probleme des Staatsunternehmens, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Die Leistungskultur der Vergangenheit war für die Performance der Bahn nicht ausreichend, das wollen wir ändern.“ Palla hatte ihr Amt im vergangenen Oktober angetreten. Ziel des von ihr betriebenen Konzernumbaus ist unter anderem eine Verschlankung der Zentrale und die Verlagerung von Verantwortung in die Fläche.

Zu oft sei Verantwortung hin- und hergeschoben worden zwischen der zentralen Verwaltung und der operativen Ebene vor Ort, kritisierte Palla. „Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.“ Das müsse der Vergangenheit angehören. „Pünktlichkeit beginnt mit einer klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle“, sagte die Bahn-Chefin.

Im ersten Halbjahr waren nur 58,7 Prozent der Fernzeuge der Deutschen Bahn pünktlich unterwegs. „Das ist kein guter Wert. Da müssen wir auch nichts beschönigen“, sagte Palla, die eigentlich ein Pünkzlichkeitsziel von 60 Prozent für das laufende Jahr azgegeben hatte. In drei Viertel der Fälle hätten die Verspätungen aber unter 15 Minuten gelegen. „Auch wenn wir insgesamt noch nicht zufrieden sind, dürfen wir die Deutsche Bahn nicht immer schlechter reden, als sie ist“, sagte sie.

Die „Helden“ arbeiten an der Basis

Die gebürtige Südtirolerin will den Konzern fit machen für die Zukunft, was angesichts der Ausgangslage nicht einfach ist: „Die Bahn steckt in der schwersten Krise ihrer Unternehmensgeschichte.“ Nun muss Palla das marode Schienennetz in den nächsten zehn Jahren sanieren und die Bahn nicht nur pünktlicher sondern auch profitabler machen. Die Managerin bekräftigte im Interview, dass all dies nicht schnell gehen werde. „2035 feiert die Bahn ihr 200-jähriges Jubiläum, und das soll auch das Jahr sein, in dem wir das Gröbste hinter uns haben.“

Palla monierte, dass im Management bislang auch bei „mehrfachen Zielverfehlungen kaum Konsequenzen gezogen“ worden seien. „Man musste nur gut genug erklären, warum die Ziele nicht erreicht werden konnten – damit kam man oft jahrelang durch.“ Bei der Bahn habe es „noch nie ein Erkenntnisproblem, aber viel zu lange ein Umsetzungsproblem“ gegeben. „Für mich zählen nur messbare Ergebnisse und keine Erklärungen.“

Mit ihrer Kritik an der Leistungskultur habe sie bestimmte Beschäftigte ausdrücklich nicht gemeint, betonte die Bahnchefin: „Die Zugbegleiter, Lokführer, Fahrdienstleiter, Gleisarbeiter, Disponenten und alle, die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen – das sind meine Helden, die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.“

Quelle: ntv.de

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