„Die Höhle der Löwen“Judith Williams rettet die Männlichkeit

Eine „Battle“-Siegerin gerät kurz vor dem Ziel ins Stolpern. Drei Österreicher ernennen Judith Williams zur neuen Feldherrin im Kampf gegen Haarausfall. Und Frank Thelen nimmt mal wieder kein Blatt vor den Mund.
An manchen Abenden brauchen Spannung und Dramatik in „Die Höhle der Löwen“ (hier auf RTL+ abrufen) keine Anlaufzeit. Die Löwen sitzen noch keine zwei Minuten auf ihren Sesseln, da steht bereits die „Battle“-Entscheidung an. Frank Thelen ist letztlich das Zünglein an der Waage und sorgt mit seiner finalen Stimme für viel Freude und große Erleichterung im kleinen Gefolgschaftskreis von „Pop Charms“-Gründerin Kerstin Raibold.
Mit ihren trendigen Klebe-Gadgets für Handyhüllen möchte die selbstbewusste Frankfurterin dem Zeitgeist ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Die zunächst sehr interessierten Löwen kommen aber irgendwann ins Grübeln. Den Investoren fehlt es an unternehmerischer Klarheit. Hinzu kommt, dass die aktuellen Klebemuster nicht selbst designt sind. So verfliegen Freude, Euphorie und Glitterstaub schnell wieder. Kein Deal für „Pop Charms“.
Die Gründerin ist enttäuscht. Judith Williams hat noch ein paar aufmunternde Abschiedsworte übrig: „Prove us wrong! Geh raus und beweise, dass wir alle falsch gelegen haben“, fordert die Beauty-Queen. Da kann Kerstin Raibold auch schon wieder ein bisschen lächeln.
Hoffnungsschimmer für geknickte Männer
Nach Kunterbuntem für die Handy-Generation folgt ein Hoffnungsschimmer für geknickte Männer mit Haarausfall. „Wir retten Männern ihre Männlichkeit!“, tönen die drei „Don Quiff“-Gründer Robert Tarquini, Klaus Laimer und Max Kögl. Das Trio aus Österreich hat ein wasser- und schweißabweisendes Haarwachs entwickelt, das zudem noch die Haarwurzeln stärkt und UV-Schutz für die Kopfhaut liefert.
Nach einer kurzen Beschnupperungsphase zieht lediglich Carsten Maschmeyer skeptisch die Reißleine. Alle anderen anwesenden Löwen positionieren sich schon einmal für das klassische Kompetenzgerangel. Das Interesse steigt weiter, als die Gründer von ihren bisherigen Tiktok-Shop-Zahlen berichten und zwei weitere, bereits erfolgreich auf dem Markt platzierte Pflegeprodukte präsentieren.
Am Schluss machen insgesamt vier Löwen ein Angebot – zwei davon sind Judith Williams und Frank Thelen, die in diesem Fall gemeinsame Sache machen wollen. Die Kombi macht dann auch den Unterschied. Der Deal geht an das Löwen-Duo Williams-Thelen – sehr zur Freude von Mit-Gründer Robert Tarquini, der seine Freudentränen nicht zurückhalten kann.
Ensthaler und Dümmel sorgen für Deal-Freuden
Jubeln können auch das Berliner „Peanut“-Gründerpaar Katharina und Caspar Schroth und „Zenny“-Gründerin Jelena Meyer Vicente aus Bottrop. Die beiden Erstgenannten haben eine selbstentwickelte Seitenlagerungstasche für Säuglinge entwickelt, die vor allem Dreifach-Mutter Janna Ensthaler begeistert. Nach einer kurzen Verhandlungsrunde fallen sich die Hauptstädter und die Löwin freudig in die Arme.
Im Fall von „Zenny“-Gründerin Jelena Meyer Vicente ist es am Ende Ralf Dümmel, der gut gelaunt die Fäuste ballt. Mit ihrem Akupressur-Kit zur Selbstanwendung trifft die 33-jährige Gründerin beim König der Regale voll ins Schwarze.
Für die ambitionierten „Heiontec“-Gründer Andreas Heine, Anton Ledwon, Dr. Frank Schneider und Waldemar Lewtschenko hätte es ähnlich gut laufen können. Nach einem intensiven Pitch, dem nicht alle Löwen folgen konnten („Also, ich habe nicht viel verstanden“, gesteht Dagmar Wöhrl), holt Klare-Worte-Experte Frank Thelen einmal tief Luft und erklärt den Gründern, warum sie die Heimreise ohne den erhofften Deal antreten müssen.
„Das ist uns nur ein großer Ansporn“
Am Ende stolpern die Gründer, die mit einem speziell entwickelten Elektrolyt für eine Revolution auf dem Stromerzeugungsmarkt sorgen wollen, über eigene Unzulänglichkeiten – so zumindest die Meinung von Frank Thelen: „Wie sollen wir investieren, wenn ihr mir den Wirkungsgrad eurer Erfindung nicht verraten könnt, der in diesem Bereich aber entscheidend ist?“, fragt der Löwe.
Auch nicht verlockend: Die Gründer bieten bei einem Investment von 250.000 Euro lediglich 2,5 Prozent ihrer Firmenanteile an. „Wenn ihr mich ernst nehmt und wisst, was ich in meinem Leben schon aufgebaut habe, dann bietet ihr mir keine 2,5 Prozent an“, poltert Thelen weiter.
Ein paar Minuten später ist der Traum von einer Zukunft mit einem kompetenten Löwen an seiner Seite für das Gründer-Quartett ausgeträumt. Die Enttäuschung ist zunächst groß. Aber die Energie-Experten aus Siblin wollen nicht aufgeben: „Das ist uns nur ein großer Ansporn, das Ganze auch gegen die Prophezeiung der Löwen auf den Weg zu bringen“, gibt sich Gründer Anton Ledwon kämpferisch.