Ceuta-Ansturm „gesteuert“?Klingbeil fordert Respekt für Spanien und lobt Sánchez
Auf Spanien hagelt nach dem Ansturm Tausender Migranten auf die spanische Enklave Ceuta Kritik ein. SPD-Parteivorstand Klingbeil ruft nun zur Solidarität mit Spanien auf. Dessen Ministerpräsident Sánchez habe entschlossen gehandelt.
In der Debatte um den Ansturm von Migranten in Ceuta verlangt der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil Respekt und Solidarität für Spanien. Das Land habe entschlossen gehandelt. „Gerade in solchen Situationen darf Europa sich nicht auseinanderdividieren lassen“, hob Klingbeil hervor.
Die Bilder Zehntausender Menschen, die sich – auch schwimmend und kletternd – Zugang zur spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika verschafften, lösten große Unruhe in der EU aus. Es kursieren verschiedene Erklärungsversuche, wie es so weit kommen konnte.
„Migranten wurden instrumentalisiert in dem Versuch, Europa zu spalten“, erklärte Klingbeil. Er spricht von einer „offenbar gesteuerten Migrationsbewegung.“
Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez habe, so Klingbeil, mit entschlossenem Handeln dafür gesorgt, dass der allergrößte Teil der Menschen innerhalb kürzester Zeit von Ceuta wieder nach Marokko zurückgekehrt sei. Es müsse, so Klingbeil, „genau geklärt werden, was zu dieser Bewegung geführt hat und wer dafür verantwortlich war.“
EU-Innenminister treffen sich
50.000 bis 60.000 Menschen hatten es bei dem Ansturm innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta geschafft. Mindestens 67 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben.
Nach den Ereignissen in Ceuta hatten mehrere EU-Länder den Druck auf Spanien erhöht. In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU unterzeichnet hat, äußerten 22 der 27 Staats- und Regierungschefs große Besorgnis über die Lage. Sie warfen Madrid indirekt vor, den Menschen mit jüngsten Entscheidungen Anreize gegeben zu haben, den Weg in die EU zu wagen.
Die Innenminister der EU-Mitgliedstaaten sollen nun am Dienstag zu Beratungen zusammenkommen. Das teilte der irische Regierungschef Micheál Martin auf Facebook mit. Sein Land hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne. Geleitet wird das Treffen demnach von dem irischen Innenminister Jim O’Callaghan.
Erörtert werden sollen den Angaben zufolge die Entwicklungen in Ceuta. „Wir stehen weiterhin in engem Kontakt mit allen EU-Mitgliedstaaten und den Institutionen und beobachten die Lage weiterhin aufmerksam“, so Martin.
