Neun Monate lagen die Leichen von fünf Bergsteigern am Yalung Ri in Nepal unter Schnee begraben. Nun wurden sie laut einem Bürgermeister vor Ort gefunden. Unter den Toten ist offenbar auch ein Deutscher.
Neun Monate nach einem Lawinenunglück im Himalaya sind die Leichen von fünf vermissten Bergsteigern gefunden worden. Das sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gaurishankar in Nepal, Biswash Karki, der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Toten ist demnach auch ein Deutscher. Bei den weiteren gefundenen Opfern handele es sich um einen Italiener, einen Italo-Kanadier und zwei Nepalesen.
Die Gruppe hatte im November den 5.630 Meter hohen Berg Yalung Ri im Osten Nepals bestiegen. Auf dem Weg zum Gipfel löste sich eine Lawine und begrub das Basislager der Bergsteiger unter sich.
Damals waren sieben Tote entdeckt worden. Die Such- und Rettungsarbeiten waren durch schlechtes Wetter erschwert worden. Zudem befand sich das Basislager bereits auf fast 5.000 Metern Höhe.
Leichen lagen wohl lange unter dicker Schneedecke
Seit dem Unglück hätten Armee, Polizei und örtliche Rettungsmannschaften immer wieder nach den Vermissten gesucht, sagte Bürgermeister Karki nun. Die Leichen seien jedoch unter einer dicken Schneeschicht begraben gewesen.
Die fünf Toten wurden am Donnerstag von Einheimischen und Rettungskräften entdeckt. Die Körper seien wohl zum Vorschein gekommen, als der Schnee geschmolzen sei, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Mitarbeiter der Firma, die die Tour organisiert hatte. Sobald sich das Wetter bessere, sollten die Leichen ausgeflogen werden, sagte Bürgermeister Karki.
Allein in Nepal befinden sich einschließlich des 8.849 Meter hohen Mount Everest acht der weltweit 14 Berge, die über 8.000 Meter hoch sind. Die Gipfel des Himalaya-Gebirges ziehen jedes Jahr Hunderte Bergsteiger und Wanderer an. Nach Angaben des Expeditionsarchivs Himalayan Database kamen seit 1950 mehr als 1.000 Menschen auf den Gipfeln des Landes ums Leben. Fast ein Drittel der Todesfälle wurde durch Lawinen verursacht.
