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Startseite»Nachrichten»Forscher entwickeln neuen Ansatz: Wie Atomwaffen einen Killer-Asteroiden stoppen könnten
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Forscher entwickeln neuen Ansatz: Wie Atomwaffen einen Killer-Asteroiden stoppen könnten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Forscher entwickeln neuen AnsatzWie Atomwaffen einen Killer-Asteroiden stoppen könnten

30.08.2026, 10:26 Uhr Von Kai Stoppel
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Ein Szenario, das die Menschheit gerne vermeiden würde: künstlerische Darstellung eines massiven Asteroiden-Einschlags auf der Erde. (Foto: imago images/Science Photo Library)

Wie könnte die Menschheit einen kilometergroßen Brocken auf Kollisionskurs zur Erde abwehren? Chinesische Forscher simulieren den Einsatz von Atomwaffen – mit einem neuen Dreh. Ihre Rechnung macht Hoffnung. Ein Restrisiko bleibt jedoch.

Die Menschheit will nicht wie die Dinosaurier enden: Ausgelöscht durch den Einschlag eines gewaltigen Asteroiden. Zwar hat die experimentelle „Dart“-Mission bewiesen, dass ein deutlich kleinerer Brocken erfolgreich von seiner Flugbahn abgelenkt werden kann. Doch die Abwehr großer Planetenkiller bereitet Forschern nach wie vor Kopfzerbrechen.

Schwierig wird es vor allem dann, wenn die Zeit zwischen Entdeckung und Einschlag recht kurz ist. Zum Beispiel wurde 2024 MK nur 13 Tage vor dem Vorbeiflug an der Erde entdeckt. Er war schätzungsweise 120 bis 260 Meter groß, ein Einschlag hätte bereits verheerende regionale Schäden angerichtet.

Was also tun, wenn ein kilometergroßer Asteroid mit Kurs auf die Erde nur wenige Wochen vorher entdeckt wird? In Filmen kommen meist Atomwaffen als Ultima Ratio zum Einsatz. Doch kann das funktionieren? Ein Forschungsteam aus China hat dies untersucht – und kommt zu einem Ergebnis, das Hoffnung macht.

Wie im Film „Armageddon“

Die Forscher unter der Leitung von Wang Xiaowei simulierten zwei verschiedene Ansätze, wobei es sich bei dem zweiten laut den Forschern um eine neue Idee handelt:

  1. Eine Abwehr-Sonde wird von der Erde zum Asteroiden geschossen. Sie enthält ein Projektil und eine Atombombe. Der Ablauf: Das Projektil schlägt einen Krater auf dem Asteroiden, die Atombombe fliegt hinterher und wird in dem Krater gezündet.

  2. Die Abwehr-Sonde fliegt zum Asteroiden, sucht bei einem Vorbeiflug den besten Punkt und beschießt diesen dann zwei Projektile nacheinander. Dadurch soll ein tieferes Loch entstehen, in welchem die Atombombe gezündet wird. Die Forscher simulierten Explosionen in Tiefen von 10 bis 30 Metern.

Variante 2 ähnelt dem Vorgehen im Hollywood-Blockbuster „Armageddon“, wo eine Atombombe ebenfalls im und nicht auf dem Asteroiden zur Explosion gebracht wird. Im Film bohrt Bruce Willis allerdings mit einer bemannten Crew ein Loch in den Asteroiden, was aus Sicht von Experten in vielerlei Hinsicht ungeheuer kompliziert, wenn nicht sogar unmöglich ist.

Laut der chinesischen Studie, die im Fachmagazin „Space: Science & Technology“ veröffentlicht wurde, hätte eine Sprengung im Inneren des Asteroiden (Variante 2) eine deutlich größere Wirkung als bei Variante 1, da die Energieübertragung wesentlich besser sei. Ein Hundert-Meter-Asteroid könnte mit einer 3-Megatonnen-Bombe (mit der Sprengkraft von 3 Millionen Tonnen TNT) direkt zerstört und ein Ein-Kilometer-Brocken abgelenkt werden.

Risiken durch abgesprengte Fragmente

Im günstigsten Fall würde ein Zeitfenster von vier bis fünf Monaten zwischen Explosion und errechnetem Einschlag auf der Erde ausreichen, um einen kilometergroßen Asteroiden abzulenken, schreiben die Autoren. Allerdings maß jener Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier auslöschte, geschätzte 10 bis 12 Kilometer – womit die Rechnung eine völlig andere Größenordnung wäre.

Was die Wirkung angeht, scheinen die chinesischen Forscher jedoch auf dem richtigen Weg. Eine Nasa-Analyse kam bereits 2007 zu dem Ergebnis, dass eine nukleare Explosion auf oder unterhalb der Oberfläche 10- bis 100-mal effizienter sein könnte als eine Explosion in einiger Entfernung vom Asteroiden.

Allerdings ist der Spreng-Ansatz auch mit Risiken verbunden: So warnte der Nasa-Bericht, dass der Asteroid dabei in viele Einzelteile gespalten werden könnte, die jeder für sich ebenfalls eine Gefahr für die Erde darstellen. Dieses Risiko wurde in der jüngsten Studie aus China nicht adressiert.

China plant Asteroiden-Beschuss

International nimmt die Forschung zur Asteroidenabwehr Fahrt auf. Im November 2026 soll Europas „HERA“-Mission den Asteroiden Didymos erreichen, um zu untersuchen, welche Spuren der Impakt mit der Projektil-Mission „Dart“ auf dessen kleinerem Mond Dimorphos hinterlassen hat.

China plant eine eigene Testmission zur Planetenverteidigung gegen Asteroiden, die im Dezember 2027 starten soll. Bei dieser soll ein Projektil auf den erdnahen Asteroiden 2016 WP8 geschossen werden, um zu analysieren, ob dieser auf diese Weise bereits abgelenkt werden kann.

Bislang bleibt es bei nicht-atomaren Versuchen zur Asteroiden-Abwehr. Für einen nuklearen Test im All gibt es zudem erhebliche völkerrechtliche Hürden: Der Partielle Atomteststoppvertrag von 1963 verbietet nukleare Explosionen im Weltraum, der Weltraumvertrag von 1967 schränkt die Stationierung von Nuklearwaffen im All ein. Ein realer Einsatz zur Planetenverteidigung würde daher eine internationale Abstimmung erfordern.

Quelle: ntv.de

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