Ex-Star schäumt vor Wut
Colin Kaepernick boykottiert alle Spiele der „verlogenen“ NFL
Colin Kaepernick setzt ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Das hat Folgen für den Quarterback, seine Karriere in der NFL geht danach zügig zu Ende. Seinen Frieden mit der Situation hat er aber immer noch nicht gemacht.
Auch zehn Jahre nach seinem Kniefall aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt steht Footballspieler Colin Kaepernick mit der NFL weiterhin auf Kriegsfuß. „Ich werde keine Organisation unterstützen, die aktiv versucht, mich auszugrenzen“, sagte der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers in einem seltenen Interview mit NBC News – Spiele der „verlogenen“ Liga verfolge er nicht mehr: „Ich schaue College Football.“
Kaepernick hatte 2016 weltweite Aufmerksamkeit erlangt, als er aus Protest bei einem Vorbereitungsspiel gegen die San Diego Chargers während der Nationalhymne auf ein Knie ging. Ein Jahr danach wurde der heute 38-Jährige von den 49ers entlassen und hat seitdem nicht mehr in der NFL gespielt. Seine Karriere offiziell beendet hat er bisher nicht.
Kaepernick wurde zur Zielscheibe für Kritik
Auch wenn sich damals einige NFL-Spieler der Protestaktion anschlossen, blieb Kaepernick die Zielscheibe für Kritik. Der Quarterback ist überzeugt, dass ihn die Liga weiterhin bewusst ausschließt: Es sei auffällig, dass ihn seitdem trotz des Erreichens des Super Bowls nach der Saison 2012 und mehreren Rekorden „nicht ein einziges Team für ein Probetraining“ eingeladen habe.
Erst nach den massiven Protesten im Jahr 2020 wegen der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten veröffentlichte NFL-Commissioner Roger Goodell eine Erklärung, in der er bedauerte, die Proteste seiner Spieler nicht ernst genommen zu haben. Kaepernick ist der Meinung, diese Reaktion sei „nur aufgrund des Drucks“ erfolgt: „Wir haben seit Jahren versucht, das Problem anzugehen. Wenn man sich dann hinstellt und sagt, man hätte auf uns hören sollen – während ich immer noch aktiv versuche, in der NFL zu spielen -, ist das nur Symbolpolitik.“
Als Reaktion auf das NBC-Interview Kaepernicks erklärte die NFL, die aufgeworfenen Themen „bleiben für die Liga wichtig und verdienen weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen“.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid
