In ganz EuropaSicherheitsexperte warnt vor „Tausenden Wegwerfagenten“ Russlands
Die russischen Geheimdienste bedienen sich in ganz Europa sogenannter Wegwerfagenten, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Ein Sicherheitsexperte sieht drei Ziele bei deren Nutzung.
Angesichts der jüngsten Attacken russischer Geheimdienste in Deutschland warnt der Sicherheitsexperte Konstantinos Tsetsos von der Universität der Bundeswehr München vor einer Schwemme sogenannter Wegwerfagenten. „Aus meiner Sicht gibt es in Europa mehrere Tausend aktive und zukünftig willige Wegwerfagenten“, sagte er RTL und „Stern“.
Wegwerfagenten sind Amateurspione, die keine reguläre Ausbildung zum Agenten haben. Oft handele es sich um Kleinkriminelle, die sich im Internet für kleines Geld anwerben lassen. Laut Tsetsos setze Russland sie vor allem für drei Ziele ein: um Personen oder Orte auszuspähen, für Sabotageakte wie Brandstiftungen und für Desinformation, die die deutsche Politik und die Bundesregierung diskreditieren soll.
Erst gestern hatten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesaußenminister Johann Wadephul Russland für den Drohnen-Vorfall am 4. August am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht. Zudem spreche bei der Ausführung des offenbar geplanten Anschlags vieles für Täter aus dem „Bereich von Low-Level-Agenten“, so Dobrindt.
Auch den mutmaßlichen Mordkomplott gegen den deutschen Rüstungsmanager Stefan Thumann, CEO von Donaustahl, haben nach Ansicht des Generalbundesanwalts Wegwerfagenten vorbereitet. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, hatte Thumann RTL und dem „Stern“ gesagt. Er lebe „de facto im Untergrund“. Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er.
Am Mittwochabend zeigt RTL um 20.15 Uhr zu diesem Thema die „Stern“ Investigativ-Doku „Putins Wegwerfagenten – Die billigen Vollstrecker“. Diese ist auch auf RTL+ zu sehen.
