Im Jahr 2015 wurde eine Grenze für die Erderwärmung festgelegt: 1,5 Grad Celsius, mehr darf es nicht werden. Doch diese Grenze ist nicht zu halten, mahnen die UN. Damit drohten schwerwiegende und wohl unumkehrbare Folgen.
Hitze, Dürre, Überflutungen – solche globalen Wetterphänomene wird es in Zukunft noch häufiger geben, heißt es im Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Die Welt befinde sich auf dem Weg zu einer Erderwärmung von bis zu 2,6 Grad Celsius, im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.
Bereits in den kommenden Jahren werde das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens dauerhaft überschritten sein, sagt Inger Andersen, UNEP-Generaldirektorin, in Nairobi. Der neue Bericht ihrer Organisation betone, „dass wir alles tun müssen, um diese Überschreitung zu begrenzen“. Andersen mahnt: „Wir dürfen nicht über eine Erderwärmung von 1,8 Grad Celsius hinausgehen. Geschieht das, wäre es schwierig die Folgen rückgängig zu machen.“ Zu den möglichen Folgen gehören verstärkte Extremwetterereignisse, der Verlust von Ökosystemen und die Überflutung kleiner Inseln und tiefliegender Küstenstädte.
Ohne mehr Engagement für den Klimaschutz droht eine Erderwärmung von bis zu 2,6 Grad Celsius, mahnt UNEP-Generaldiektorin Inger Andersen.
Risiken für Gesundheit, Versorgung und Wirtschaft
Laut UNEP sind schwere Schäden für die menschliche Gesundheit, die Ernährungssicherheit, die Wasserversorgung, die Natur, Infrastruktur und Wirtschaft zu erwarten. Deshalb fordert die Umweltorganisation in dem neuen Bericht: den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, den Ausbau Erneuerbarer Energien, Aufforstung und massiv weniger Ausstoß von Kohlenstoffdioxid.
Doch die Realität sieht anders aus: Die CO2-Emissionen steigen Jahr für Jahr auf immer neue Höchstwerte. Das ist auch UNEP-Generaldirektorin Andersen bewusst. „Über diese Wahrheit müssen wir dringend anfangen zu sprechen. Und Politiker, deren Verantwortung es ist, zu regieren und zu führen, müssen diese Wahrheit in ihren Planungen berücksichtigen“, fordert sie. Es sei höchste Zeit, den Klimaschutz wieder ernster zu nehmen. Und Umweltprojekte zu verstärken, statt sie aufzugeben.

