Ein russisches Kreuzfahrtschiff ist vor Spitzbergen von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden. Grund sind Entschädigungsforderungen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz nach Russlands Annexion der Halbinsel Krim.
Norwegen hat auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis beschlagnahmt.
Wie Naftogaz am Mittwoch mitteilte, beschlagnahmten die norwegischen Behörden die „Professor Moltschanow“ in der Inselgruppe Spitzbergen auf der Basis eines Gerichtsbeschlusses, der Russland zu Entschädigungszahlungen an Naftogaz verpflichtet. Der Schritt erfolgte demnach auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Die norwegische Zeitung Aftenposten zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.
Entscheidung für Beschlagnahmung auf der Krim
Mit der Beschlagnahme soll die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchgesetzt werden, das Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Millionen Euro) an Naftogaz für beschlagnahmte Vermögenswerte auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim verpflichtete. Moskau ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.
Naftogaz-Chef Serhiy Fedorenko nannte die norwegische Maßnahme „einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit“ im Zusammenhang mit den Beschlagnahmungen auf der Krim, die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektiert hatte.
Das an Rohstoffen reiche Spitzbergen liegt auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Russland unterhält auf dem Archipel die Bergarbeitersiedlung Barentsburg. Laut der Ortungswebsite Vesselfinder lag die „Professor Moltschanow“ vor Barentsburg vor Anker.
