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Startseite»Politik»ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit will staatliche Hilfen für Autoindustrie
Politik

ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit will staatliche Hilfen für Autoindustrie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.09.2026 • 06:57 Uhr

Deutschlands Autoindustrie steckt in der Krise. Verantwortung dafür sehen die Menschen laut ARD-DeutschlandTrend bei den Herstellern selbst. Trotzdem sprechen sie sich dafür aus, der Branche zu helfen.

Am Donnerstag hat der Volkswagen-Aufsichtsrat dem Sanierungsplan vom Vorstand zugestimmt. Es geht unter anderem um den Abbau weiterer Arbeitsplätze. Sinkende Verkaufszahlen und der gestiegene Wettbewerbsdruck, insbesondere mit China, treffen auch andere deutsche Hersteller – und damit eine der klassischen Industrien des Landes.

In dieser angespannten Situation spricht sich eine Mehrheit der Deutschen dafür aus, der Autoindustrie besonders unter die Arme zu greifen. 62 Prozent meinen, der Staat sollte die heimische Autoindustrie in der aktuellen Krise besonders unterstützen, um Arbeitsplätze und Produktion in Deutschland zu sichern. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben, für die von Montag bis Mittwoch 1.319 Wahlberechtigte befragt wurden.

Verantwortung der Autohersteller für die Krise

Für eine besondere Unterstützung der Autoindustrie sprechen sich Mehrheiten der Anhänger von AfD (76 Prozent), Union (67 Prozent) und SPD (64 Prozent) aus. Bei den Anhängern der Linken sind 51 Prozent dafür und 37 Prozent dagegen. Einzig die Grünen-Anhänger lehnen es mehrheitlich (57 Prozent) ab, der Autoindustrie eine besondere Unterstützung zukommen zu lassen.

Auf der einen Seite schreiben die Bürgerinnen und Bürger den Autoherstellern eine eigene Verantwortung für die Krise zu: Knapp drei Viertel sagen, die deutsche Automobilindustrie habe in den vergangenen Jahren die Entwicklung alternativer Antriebe wie Elektroautos verschlafen.

Dass es dennoch den großen Rückhalt für Unterstützungsmaßnahmen gibt, hängt mit dem Bild zusammen, das die Menschen von der Lage der Wirtschaft und der Bedeutung der Branche haben: Vier von fünf Deutschen bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland aktuell als schlecht. Ebenso viele sind der Meinung, die Automobilindustrie sei für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wichtig oder sogar sehr wichtig – hier sind sich Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien mehrheitlich einig.

Rückhalt für Zölle gegen chinesische Autoimporte

Entsprechend großen Anklang finden auch weitere Maßnahmen, mit denen die Branche gestärkt oder geschützt werden soll. Viele Menschen halten die geltenden EU-Zölle auf den Import chinesischer Elektroautos entweder für angemessen (25 Prozent) oder sprechen sich gar für eine Ausweitung auf alle chinesischen Autoimporte aus (37 Prozent).

Zwei Drittel fänden es richtig, wenn staatliche Förderprogramme wie Kaufprämien für Elektroautos oder das Dienstwagenprivileg künftig nur noch dann gelten, wenn Fahrzeuge zumindest größtenteils in Europa produziert werden. An einer entsprechenden Maßnahme arbeitet die EU unter dem Stichwort „Industrial Accelerator Act“.

Welcher Weg die deutschen Autobauer in die Zukunft führt, beantworten die Menschen im Land unterschiedlich. Die Aussage „Deutschland übertreibt es mit dem Umstieg aufs Elektroauto und sollte auch in Zukunft vor allem auf seine Stärke beim Verbrenner setzen“ wird von gleichen Teilen bejaht bzw. abgelehnt.

Anhänger der AfD stimmen ihr mit deutlicher Mehrheit (83 Prozent) zu. Unions-Anhänger sind geteilter Meinung. Anhänger der anderen im Bundestag vertretenen Parteien stimmen der Aussage nicht zu und unterstützen damit den Umstieg auf alternative Antriebe – das gilt besonders stark für die Anhänger der Grünen (93 Prozent).

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Online- und Telefon-Befragung (davon 60 Prozent Festnetz, 40 Prozent Mobilfunk)
Erhebungszeitraum: 31. August bis 02. September 2026
Fallzahl: 1.319 Befragte (787 Telefoninterviews und 532 Online-Interviews)
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen und Rückerinnerung Wahlverhalten
Schwankungsbreite: 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent, 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Durchführendes Institut: infratest dimap

Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle einer Erhebung mit 1.000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

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