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Startseite»Politik»Russische Drohne trifft Geheimdienstzentrale in Kiew
Politik

Russische Drohne trifft Geheimdienstzentrale in Kiew

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.09.2026 • 18:03 Uhr

Dem ukrainischen Geheimdienst SBU gelangen immer wieder spektakuläre Aktionen in Russland. Nun wurde er selbst zum Ziel. Eine russische Drohne traf das Hauptquartier in Kiew. Es soll Verletzte gegeben haben.

Eine russische Drohne hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew getroffen. Der Angriff habe direkt auf das Büro des SBU-Chefs in dem Gebäude gezielt, teilte Selenskyj bei Telegram mit.

Der Staatschef kündigte Vergeltung an. Er habe den Befehl erteilt, eine angemessene und spürbare Antwort vorzubereiten, die dem Angriff möglichst entspreche, teilte Selenskyj mit.

Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Ein von der Zeitung Ukrainska Prawda veröffentlichtes Foto zeigte schwarzen Rauch, der aus Fenstern des Geheimdienstsitzes quillt.

SBU spielt wichtige Rolle

Der SBU gilt als ein wichtiger Akteur im Abwehrkampf gegen Russland. Der Geheimdienst zeichnet immer wieder für folgenschwere Angriffe tief im russischen Hinterland verantwortlich, um die dortige Militärmaschinerie und Energieinfrastruktur zu schwächen.

Zu den bekanntesten Operationen gehören die Sprengung der Brücke zur besetzten Halbinsel Krim im Jahr 2022 sowie ein Drohnenangriff unter dem Codenamen „Spinnennetz“ auf strategische russische Bomber im Jahr 2025. Zudem wird dem SBU eine Schlüsselrolle bei Tötungen hochrangiger russischer Militärs zugeschrieben, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft. Russland verurteilt diese Tötungen als Terroranschläge.

Tote und Verletzte in weiteren Landesteilen

Auch aus anderen Landesteilen meldete die Ukraine russische Angriffe. Der Gouverneur der Region Odessa im Süden des Landes, Oleh Kiper, teilte bei Telegram mit, mindestens ein Mensch sei bei Angriffen in der Nacht getötet worden, mindestens fünf weitere hätten Verletzungen erlitten. Es seien mehrere Wohngebäude beschädigt worden.

In Dnipro wurden Behördenvertretern zufolge zwei Polizeikräfte getötet. Aus Kiew wurden drei Verletzte bei einem Drohnenangriff auf ein Wohngebäude gemeldet.

Tass: Kushner und Witkoff in Moskau

Unterdessen scheint in die Vermittlungsbemühungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder Bewegung zu kommen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner würden zunächst in Moskau erwartet und anschließend nach Kiew weiterreisen.

Vertreter der US-Regierung äußerten sich bislang nicht dazu. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte Berichte über einen Besuch Kushners und Witkoffs in der russischen Hauptstadt nicht. Man werde die Medien informieren, wenn es zu einem solchen Treffen komme, sagte er.

Selenskyj: Kiew bereitet sich auf Gespräche vor

Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte in seiner nächtlichen Ansprache am Donnerstag erklärt, es seien vorläufige Termine für Treffen in Moskau und Kiew festgelegt worden. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe in permanentem Austausch mit der US-Seite und bereite sich auf Gespräche vor.

„Sie haben bestätigt, dass sie ein Treffen in Moskau und ein weiteres in Kiew abhalten werden. Wir gehen davon aus, dass Letzteres in den kommenden Tagen stattfinden wird.“ Es sei sehr wichtig, dass sich Washington weiter engagiere, sagte Selenskyj. Die Ukraine sei zu substanziellen Verhandlungen auf hoher Ebene bereit.

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