Nürnberg gibt erstmals Punkte ab
3:0, 3:3, 4:3, 4:4: Aufsteiger Cottbus fügt Topfavorit Wolfsburg fiese Blamage zu
Wildes Duell zwischen Absteiger und Aufsteiger: Energie Cottbus holt bei den Wölfen ein 0:3 auf – und sichert sich ganz spät einen Punkt beim großen Topfavoriten. Nürnberg spielt nur Remis in Kiel, Darmstadt kommt nicht aus dem Keller heraus und verliert auch beim FCK.
VfL Wolfsburg – Energie Cottbus 4:4 (3:1)
Der Heimfluch hält an: Der VfL Wolfsburg hat in der 2. Fußball-Bundesliga den ersten Erfolg im eigenen Stadion seit mehr als sieben Monaten sensationell verspielt. Die Mannschaft von Tobias Strobl gab dabei eine zwischenzeitliche 3:0-Führung gegen Aufsteiger Energie Cottbus aus der Hand und musste sich nach einem späten Gegentreffer auf der Zielgeraden noch mit einem 4:4 (3:1) zufriedengeben.
Doppelpacker Robert Glatzel verwandelte direkt zu Beginn einen Foulelfmeter (4.), nachdem er selbst bei einem Klärungsversuch von FCE-Keeper Marcel Lotka im Strafraum abgeräumt worden war. Noch vor der Halbzeit schlug er aus kurzer Distanz nach einem Fehler im Spielaufbau der Gäste erneut zu (34.). Vinicius Souza (25.) und Mattias Svanberg trafen (79.) außerdem für Wolfsburg. Doch Luca Erlein (45.+4), King Manu (49.), Tolcay Cigerci (67., Foulelfmeter) und Dmytro Bogdanov (90.+1) belohnten die Cottbuser Offensivbemühungen.
Damit muss Wolfsburg weiter auf den ersten Dreier im eigenen Stadion seit dem 14. Januar warten, als man den späteren Mitabsteiger FC St. Pauli (2:1) geschlagen hatte. Mit acht Punkten mischt Wolfsburg aber weiter vorne mit. Cottbus hat nach zuletzt zwei Niederlagen nun vier Zähler auf dem Konto.
Wolfsburg dominierte die Partie weitestgehend. Cottbus agierte zwar mutig, lud die Wölfe aber immer wieder zu Chancen ein. Diese nutzte unter anderem Glatzel eiskalt. Die Gäste ließen aber nicht nach, in der Schlussphase schenkten sich beide Teams wenig. VfL-Abwehrspieler Mathys Angely sah wegen groben Foulspiels (88.) noch die Gelb-Rote Karte.
Holstein Kiel – 1. FC Nürnberg 2:2 (1:1)
Der 1. FC Nürnberg hat erstmals Punkte abgeben müssen. Nach zuvor drei Siegen erreichte die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose in einer umkämpften und abwechslungsreichen Partie bei Holstein Kiel ein 2:2 (1:1). Für den Club bedeuten zehn Punkte nach vier Spieltagen dennoch den besten Saisonstart seit 26 Jahren.
Nürnberg, das insgesamt die besseren Chancen besaß, war zunächst durch ein Traumtor von Adam Markhiev in Führung gegangen (41.), danach drehten Phil Harres (45.+1) und Adam Krapalik (50.) das Spiel. Die erste Saisonniederlage der Franken verhinderte Piet Scobel (56.).
Chancen besaß zunächst nur der Club. Torjäger Mohamed Ali Zoma hatte bereits in der ersten Minute die Führung auf dem Fuß – Torhüter Timon Weimer verhinderte sie mit einem Reflex. Auch einen Lupfer von Finn Becker parierte er (20.). Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Kieler vom Druck der Gäste befreit. Club-Torhüter Jan Reichert verhinderte zunächst mit einer Glanzparade einen Freistoß-Treffer von Guillermo Balzi (35.), hätte aber fast selbst ein Tor verursacht, als er nach einem Rückpass von Markhiev knapp vor der Torlinie Kasper Davidsen anschoss (40.).
Danach ging es plötzlich Schlag auf Schlag mit vier Treffern in etwas mehr als 15 Spielminuten. Das Spiel war im Anschluss offen, beide Mannschaften wollten sich mit dem Unentschieden nicht abfinden. Die besseren Chancen zum Siegtreffer besaß – und vergab – der Club.
1. FC Kaiserslautern – SV Darmstadt 98 3:0 (1:0)
Der 1. FC Kaiserslautern setzt sich früh oben fest. Der FCK bezwang Darmstadt 98 am vierten Spieltag 3:0 (1:0) und bleibt mit nun acht Punkten ungeschlagen, Darmstadt hingegen ist nach einem großen Umbruch weiter Tabellenletzter.
Die Lilien hatten in den ersten drei Saisonspielen insgesamt nur ein Tor erzielt – warum, war vor 45.508 Zuschauern auf dem Betzenberg schnell zu sehen: Wenn überhaupt, dann kam der FCK in der ersten Halbzeit zu Chancen aus dem Spiel heraus. Und selbst, als sich für die Gäste nach einem Foul von Fabian Kunze die große Gelegenheit vom Elfmeterpunkt ergab, knallte Lance Duijvestijn (29.) den Ball an die Querlatte.
Der FCK bot mehr Offensivdrang, zudem hatte Trainer Torsten Lieberknecht gegen seinen Ex-Klub ein gutes Händchen: Es war Startelf-Debütant Mario Sauer (43.), der das 1:0 erzielte. Der Slowake schob den Ball nach einem Querpass von Semih Sahin über die Linie. Kaiserslautern blieb nach der Pause spielbestimmend – und Darmstadt das Spielpech treu. Raoul Petretta fälschte einen Schuss des zweiten FCK-Startelfdebütanten Thierry Tazemeta (64.) unhaltbar für Marcel Schuhen ins eigene Tor ab. Von diesem Schlag erholten sich die Gäste nicht mehr, Mergim Berisha (90.+5) legte für den FCK noch nach.
Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/sid
