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Startseite»Nachrichten»„Staatsbürgerschaft entziehen“: Israelische Minister wollen „Naza“-Regisseure bestrafen
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„Staatsbürgerschaft entziehen“: Israelische Minister wollen „Naza“-Regisseure bestrafen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 13, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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„Staatsbürgerschaft entziehen“Israelische Minister wollen „Naza“-Regisseure bestrafen

Yuval Abraham und Rachel Szor werden von Israels Regierung als „Verräter“ beschimpft.

Bei Filmfestival von Venedig gewinnt die Dokumentation „Naza“ einen Preis und erntet Beifall vom Publikum. In Israel droht den beiden Regisseuren Ungemach: Kulturminister Zohar will ihnen die Staatsbürgerschaft entziehen, Polizeiminister Gvir schreibt: „Verschwindet!“

Der israelische Kulturminister Miki Zohar will den beiden preisgekrönten Regisseuren der Gaza-Dokumentation „Naza“ die Staatsbürgerschaft entziehen. Zohar warf der Filmemacherin Rachel Szor und ihrem Kollegen Yuval Abraham im Onlinedienst X „Verrat am Staat“ Israel vor. Sie seien bereit, „ihrem Heimatland zu schaden, um Beifall von Antisemiten auf der ganzen Welt zu erhalten“. Er werde daher „unverzüglich Maßnahmen ergreifen“, um Szor und Abraham die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen.

„Naza“ war am Samstag beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet worden. Die Dokumentation war bei ihrer Premiere in Venedig mit 25 Minuten andauernden stehenden Ovationen gefeiert worden und wurde auch von Kritikern hoch gelobt. In „Naza“ berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete.

Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir griff die beiden Filmemacher ebenfalls scharf an. „Ihr seid eine Schande und eine Blamage für das gesamte israelische Volk. Verschwindet!“, schrieb er auf X.

Israels Armee weist Vorwürfe zurück

Der Entzug der Staatsangehörigkeit ist in Israel rechtlich möglich, wird jedoch selten angewendet. Der Oberste Gerichtshof bestätigte 2022, dass ein solcher Schritt möglich sei, wenn die Beschuldigten durch Spionage oder Verrat ihre „Loyalität“ gegenüber dem Staat gebrochen haben. 2023 wurde das entsprechende Gesetz auf „Terror“-Delikte ausgeweitet. Ein Entzug der Staatsbürgerschaft muss demnach vom Innenminister beantragt, vom Justizminister genehmigt und schließlich von einem Richter bestätigt werden.

Die israelische Armee hatte die in dem Dokumentarfilm erhobenen Vorwürfe über die Massen-Tötung von mutmaßlichen Hamas-Anhängern mit Hilfe von KI am Freitag zurückgewiesen. Die Dokumentation stütze sich auf Whistelblower, deren Identität „nicht verifiziert“ werden könne, erklärte die Armee.

Die islamistische Hamas und ihre Verbündeten hatten bei ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1200 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Angriffen im Gazastreifen, bei dem nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 73.000 Menschen getötet wurden.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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