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Startseite»Nachrichten»Bergung verschütteter Leichen: UN fordert uneingeschränkten Zugang zum Gazastreifen
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Bergung verschütteter Leichen: UN fordert uneingeschränkten Zugang zum Gazastreifen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Bergung verschütteter LeichenUN fordert uneingeschränkten Zugang zum Gazastreifen

Er fürchte, dass bislang geborgene Überreste nur die Spitze des Eisbergs sein könnten, so der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. (Foto: picture alliance / SIPA)

Der UN-Menschenrechtskommissar wirft Israels Militär vor, Gebiete im Gazastreifen dem Erdboden gleichzumachen, „ohne Rücksicht auf die Toten unter den Trümmern“. Seine Organisation benötige vollständigen Zugang zu diesen Gebieten – auch, um Beweise zu sammeln.

Im Gazastreifen werden nach und nach die sterblichen Überreste von Opfern israelischer Bombenangriffe aus den Schuttbergen zerstörter Häuser geborgen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte dabei, „dass internationalen Ermittlern der Zugang zu allen Teilen des Gazastreifens gestattet wird, um bei der Beweissicherung zu helfen“. Die derzeit laufende Bergung sterblicher Überreste überwiegend von Frauen und Kindern in dem Palästinensergebiet verweise auf die Möglichkeit, dass dort Kriegsverbrechen begangen worden sein könnten, so Türk.

Die sterblichen Überreste „ganzer Familien“ würden an Orten und unter Gebäuden freigelegt, „die durch israelische Angriffe dem Erdboden gleichgemacht wurden“, erklärte Türk. „Ich fürchte, dass die bislang geborgenen Überreste nur die Spitze des Eisbergs sein könnten.“ Der UN-Menschenrechtskommissar kritisierte das Vorgehen des Militärs im von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens: „Auch heute noch werden viele Gebiete im Gazastreifen, in denen das israelische Militär stationiert ist, von Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht, ohne Rücksicht auf die Toten unter den Trümmern“, teilte Türk in Genf mit.

Es sei entscheidend, Beweise für Rechtsverletzungen zu sichern, auch an zerstörten Orten. Dabei müsse jede Anstrengung unternommen werden, „um diese Opfer zu dokumentieren und zu identifizieren, forensische Informationen und biologische Proben zu sichern, ihre Begräbnisorte zu erfassen und ihre Familien zu informieren“, forderte Türk. Das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) habe schon 2024 dokumentiert, dass bei dem israelischen Einsatz von schweren Bomben in Wohngebieten das Völkerrecht verletzt worden sein könnte.

Mutmaßlich Tausende noch unter Trümmern

Das OHCHR betonte zudem, dass Angehörige ein Anrecht darauf hätten, ihre Familienmitglieder mit Würde zu beerdigen. „Israel ist nach dem Völkerrecht verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass diese sterblichen Überreste gefunden, identifiziert und in Würde gemäß den religiösen und kulturellen Überzeugungen der Familien beigesetzt werden“, sagte Ajith Sunghay, Leiter des OHCHR-Büros für die besetzten palästinensischen Gebiete. „Stattdessen macht die Gesamtheit des Verhaltens Israels jede systematische, großangelegte Suche, Bergung und Identifizierung nahezu unmöglich.“

Nach Angaben palästinensischer Behörden wurden seit November 2025 die sterblichen Überreste von 630 Menschen geborgen. Die örtlichen Behörden schätzen, dass noch mehr als 8000 Menschen unter den Trümmern begraben sein könnten.

Eine israelische Stellungnahme liegt bislang nicht vor. Israels Streitkräfte teilten mit, sie prüften die Aussagen. Das Land hat Vorwürfe, gezielt Zivilisten anzugreifen, stets zurückgewiesen. Die Regierung in Jerusalem betont, im Kampf gegen die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas im Einklang mit dem Völkerrecht zu handeln. Zudem wirft Israel der Hamas vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, was diese bestreitet. Der von den USA vermittelte Waffenstillstand im Oktober 2025 beendete zwar die großflächigen Kämpfe, führte jedoch nicht zu einer vollständigen Einstellung der Angriffe.

Quelle: ntv.de, psa/dpa/AFP/rts

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