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Startseite»Nachrichten»Reitsportwelt in Aufruhr: Die pikante 300-Millionen-Dollar-Rache des Milliardärs Frank McCourt
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Reitsportwelt in Aufruhr: Die pikante 300-Millionen-Dollar-Rache des Milliardärs Frank McCourt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Reitsportwelt in Aufruhr

Die pikante 300-Millionen-Dollar-Rache des Milliardärs Frank McCourt

So viel Geld gab’s nie: Eine neue Reitsport-Serie setzt auf Rekord-Prämien und attackiert die Konkurrenz von der etablierten Global Champions Tour. Dazu gibt eine durchaus brisante Vorgeschichte.

Die Springreiter können sich schon mal die Hände reiben. Im kommenden Jahr startet eine weitere Reitsport-Serie, und die verspricht noch sehr viel mehr Geld als die seit 20 Jahren existierende Global Champions Tour. 300 Millionen US-Dollar Preisgeld will der US-Milliardär Frank McCourt in den ersten drei Jahren bei seiner Premier Jumping League (PJL) ausschütten und mit einem neuen Konzept den Markt revolutionieren.

„Also mehr Geld, das ist ja nichts Negatives“, sagte Europameister Richard Vogel grinsend. „Ich glaube, dass es sehr, sehr interessant ist“, kommentierte Mannschafts-Weltmeisterin Sophie Hinners, die als PJL-Botschafterin verpflichtet wurde. „Ich glaube, dass Konkurrenz etwas Positives vorantreiben kann“, sagte die Reiterin, die seit mehreren Jahren bei der Global Tour in einem Team startet.

Das Preisgeld ist mehr als doppelt so hoch

„Das höchste Preisgeld in der Geschichte dieser Disziplin“, wie es die neue Serie für die „neue Ära“ des Reitsports verspricht, lockt fast alle. Rund 180 Reiter haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits bei der Premier League registrieren lassen. Dazu zählen knapp 80 Prozent der Top 50 der Weltrangliste. Das Preisgeld von 100 Millionen US-Dollar pro Saison ist mehr als doppelt so hoch wie bei der etablierten Konkurrenz, bei der es in dieser Saison bei rund 36 Millionen Euro liegt.

Das viele Geld stammt von Frank McCourt. Der US-Milliardär kommt aus der Immobilienbranche und hat im Sport für Schlagzeilen gesorgt, als er 2012 das Baseball-Team Los Angeles Dodgers für rund 2,2 Milliarden US-Dollar verkaufte. Das Pikante ist, dass McCourt neben Erfinder Jan Tops mehrere Jahre Teilhaber der Global Champions Tour war – und nun bastelt der Besitzer des Fußballklubs Olympique Marseille eine Konkurrenz.

Streit um verkaufte Anteile

Als „Rache“ bezeichnen einige Reiter die neue Serie. Denn McCourts Ausstieg bei der Global Tour war mit Ärger verbunden. Der Verkauf seiner Anteile – zunächst an die später insolvente Tennor Group des deutschen Investors Lars Windhorst und dann an Tour-Gründer Jan Tops – erfolgte erst nach Streit über den Preis von 169 Millionen Euro und juristischen Auseinandersetzungen.

Ist das nun also eine Revanche? „Mir ist egal, warum das passiert, solange es das Richtige ist“, sagt der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger McLain Ward. Der US-Amerikaner betont. „Man sollte immer positiv eingestellt sein, wenn Leute versuchen, den Sport weiterzuentwickeln.“

Pikantes Detail: Im März feierte McCourt eine Art Eröffnungsparty in Miami. Genau in der Stadt, in der gerade viele Weltklasse-Reiter wie Hinners wegen der Global-Station waren – und die dann nebenbei auch beim PJL-Event beim Nobel-Italiener Casadonna vorbeischauten.

Einnahmen durch Franchise-Verkauf

Das Konzept der neuen Serie wirkt auf den ersten Blick ähnlich wie das der etablierten Global Champions Tour. 16 Mannschaften sollen bei der Premier League bei 14 Turnieren antreten, darunter im September 2027 in Hamburg. Bei der Global Tour sind es derzeit 17 Teams und 17 Etappen – bis 2022 mit einer Station in Hamburg, jetzt in Riesenbeck.

Es gibt auch Unterschiede. Anders als bei der etablierten Konkurrenz dürfen bei der Premier League nur die Top 250 der Weltrangliste starten. Schwächere Reiter können sich nicht über ein Team einen Startplatz kaufen.

Für McCourt sind das immense Preisgeld sowie weitere Millionen für die Organisation der Serie mit derzeit rund 45 Mitarbeitern ein Riesen-Investment. Einnahmen bekommt er vor allem über den Verkauf von Lizenzen für die Teams nach dem Vorbild amerikanischer Sport-Ligen.

Wechseln die Reiter die Serien

Zwei dieser Franchises für je 50 Millionen Dollar hat er dem Vernehmen nach bereits verkauft. Zwei weitere sollen in der Anfangsphase der Serie folgen. Die übrigen Mannschaften können zunächst über ein Leasing-Verfahren erworben werden.

Verlassen nun alle Topreiter die Global Tour und wechseln zur Premier League? „Bei der Global Tour weiß ich, was ich habe, das ist Priorität A“, sagte Olympiasieger Christian Kukuk. „Wenn man beides miteinander vereinbaren kann, super, warum nicht?“

Schwerpunkt in Nordamerika ist nicht für alle ein Vorteil

Der Start der Premier League im April kommenden Jahres in Las Vegas und die vier weiteren Stationen in Nordamerika kommen dem zur Hälfte in Florida lebenden Kukuk entgegen. „Das heißt im April, Mai, Juni, wenn wir so wieso drüben sind, sind die ersten Stationen dort“, erklärte der Goldgewinner von Paris.

Andere Springreiter schreckt das eher ab. Die Nationalmannschaft und auch die Global Champions Tour haben für Marcus Ehning „absolute Priorität – und damit bin ich auch voll ausgelastet“. Der Mannschafts-Weltmeister möchte nicht „mehrere Monate in Amerika bei Turnieren verbringen“.

Verwendete Quellen: ntv.de, Michael Rossmann, dpa

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