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Startseite»Nachrichten»„Brauchen Blick von draußen“: DFB-Boss tritt Verdacht um Jürgen Klopps Schattenmann entgegen
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„Brauchen Blick von draußen“: DFB-Boss tritt Verdacht um Jürgen Klopps Schattenmann entgegen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Brauchen Blick von draußen“

DFB-Boss tritt Verdacht um Jürgen Klopps Schattenmann entgegen

Jürgen Klopp will beim DFB jeden Stein umdrehen, bringt deshalb seinen langjährigen und umtriebigen Berater Marc Kosicke mit. Uli Hoeneß wittert deswegen sogar ein „friendly takeover“. Jetzt reagiert DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die umstrittene Rolle von Jürgen Klopps langjährigem Weggefährten Marc Kosicke als externer Berater des Verbandes verteidigt. Er sei „erstaunt“, dass die Personalie „so ein großes Thema ist, denn es wurde ja immer gesagt, der DFB schmort so ein bisschen im eigenen Saft und täte gut daran, sich mal Expertise von außen zu holen“, sagte Neuendorf im Interview mit RTL/ntv und Sky.

Er habe mehrfach mit Kosicke „telefoniert“, dieser sei „einfach ein sehr kreativer Mensch, der einen Blick von außen auf den Verband wirft. Es ist wirklich auch gut, dass man so jemanden hat, der sagt: ‚Das fällt mir auf.‘ Und das mit ihm zu diskutieren, macht wirklich auch Spaß.“ Mit Kosicke habe der DFB eine Verstärkung, „die wichtig ist, die klug ist und die uns Input geben kann“, führte Neuendorf weiter aus. Der Verband brauche „einen Blick von draußen“ und einen Mann, „der wirklich kritisch auf die Strukturen schaut und nicht Teil der Struktur ist.“

Klopp hatte Kosicke im Zuge der Verhandlungen um sein Bundestrainer-Engagement „im Paket“ mit zum DFB gebracht. Kosicke ist nicht beim DFB angestellt, sondern agiert offiziell als externer Berater. Genauer gesagt: Seine Agentur „Projekt B“ arbeitet für den Verband. Der 55-Jährige soll mit Klopp Strukturen und Abläufe rund um die Nationalmannschaft beackern und zudem die Arbeit von Klopps Trainerteam organisieren – dabei fungiert Kosicke als „Schnittstelle“ zum DFB.

Hoeneß wittert „freundliche“ Übernahme des DFB

Unter anderem Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die Personalie Kosicke im August bei RTL/ntv und Sky scharf kritisiert. „Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde“, sagte der 74-Jährige. Keiner wisse genau, was der Berater beim DFB mache, zudem wies Hoeneß aus Kosickes geschäftliche Aktivitäten im Bereich Sportmarketing und Beratung hin. „Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein ‚friendly takeover‘. Klopp und Co. haben den DFB übernommen, und das halte ich für falsch“, so der Bayern-Patron.

„Er ist für das Trainerteam verantwortlich, schaut sich die organisatorischen Abläufe im Team und hinter dem Team an, das Management des DFB-Campus und alles, was dazugehört“, erläuterte Neuendorf Kosickes Aufgabenbereich. Klopps Schattenmann sei „viel vor Ort“ und führe mit „allen möglichen Leuten im Verband“ Gespräche, um zu begreifen, wie der Verband tickt und „möglicherweise auch zu sagen: ‚Hier können wir Dinge optimieren und rund um das Trainerteam verbessern.‘ Auf jeden Fall entlastet er das Trainerteam“, so der DFB-Boss.

Interessenkonflikt? Neuendorf „wüsste nicht, wo“

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuletzt unter dem Titel „Die Heimlichtuerei des DFB um Marc Kosicke“ kritisch hinterfragt, was der Berater beim DFB konkret tut und welche Befugnisse er wirklich hat. Zudem warf der Bericht die Frage möglicher Interessenskonflikte auf. Kosicke selbst gibt an, als Geschäftsführer von „Projekt B“ operativ zurzeit ausschließlich für den DFB zu arbeiten.

Der umtriebige Klopp-Intimus war in den vergangenen Jahren aber an mehreren Unternehmen aus dem Bereich Sportvermarktung und Beratung beteiligt oder für diese aktiv. Die „SZ“ thematisierte unter anderem Kosickes Rolle als Gesellschafter der „Onside Sports GmbH“, die unter anderem Trainingslager und Testspiele organisiert. Vor seinem DFB-Engagement war Kosicke zudem für die Firma „Project Five“ tätig. Kosicke hat angegeben, seit anderthalb Jahren keine Anteile mehr an „Project Five“ zu halten und operativ dort nicht mehr tätig zu sein.

Neuendorf trat dem Verdacht eines möglichen Interessenkonfliktes rund um Kosicke entgegen. Er „wüsste nicht, wo der sein sollte, weil seine Agentur (Projekt B, Anm.d.Red.) kümmert sich momentan ausschließlich um den DFB. Und sollte er weitere Mandate erhalten, ist ganz klar verabredet, dass diese in keinem Interessenkonflikt stehen dürfen zum DFB“, betonte der 65-Jährige.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar

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