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Startseite»Nachrichten»Um 0,25 Prozentpunkte: US-Zentralbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023
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Um 0,25 Prozentpunkte: US-Zentralbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Um 0,25 ProzentpunkteUS-Zentralbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023

Kevin Warsh ist seit Mai amtierender Notenbankchef. (Foto: picture alliance / Kyodo)

Die Inflation in den USA hält sich hartnäckig. Das veranlasst die dortige Notenbank zu einem Schritt, den es schon lange nicht mehr gab. Gleichzeitig ist das Vorgehen aber auch keine Überraschung. Die Reaktion an den Märkten fällt zunächst entsprechend zurückhaltend aus.

Die US-Notenbank macht im Kampf gegen die hohe Inflation ernst und erhöht den Leitzins erstmals seit Mitte 2023. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde um einen Viertelpunkt angehoben – auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Denn die vom Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges befeuerte Inflation zeigte sich zuletzt äußerst hartnäckig.

Die Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist – im Fachjargon PCE-Index genannt. Die daraus berechnete Teuerungsrate lag im Juli wie bereits im Juni bei 3,7 Prozent.

Der seit Mai amtierende Notenbankchef Kevin Warsh hatte Handlungsbereitschaft der Notenbank signalisiert, falls die Inflation nicht nachlassen sollte. Die Teuerung hält sich bereits seit Jahren über dem Zielwert der Federal Reserve. Und jüngst setzte der Ölpreis zu einem neuen Höhenflug an, was weitere Inflationsgefahr heraufbeschwören dürfte.

An den Märkten löste der Zinsentscheid keine spürbare Reaktion aus. Die technologielastigen US-Börsenindizes notierten weiterhin rund ein halbes und knapp ein Prozent im Plus, während der Dow-Jones-Index der Standardwerte weitgehend stabil blieb. Der Dollar-Index lag unverändert leicht höher bei 99,82 Punkten. Auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verharrte mit 4,959 Prozent in etwa auf dem Niveau vor dem Fed-Entscheid.

Die Aussagen von Warsh hatten die Wall Street später dann jedoch ins Minus gedrückt. Die wichtigsten US-Indizes verloren zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Ins Minus drehte auch der Goldpreis. Der Dollar-Index weitete indes seine knappen Gewinne aus und legte um gut ein halbes Prozent auf 100,30 Punkte zu. „Die Inflation ist schlicht zu hoch und das schon zu lange“, so Warsh. 

In ihrem Zinsausblick signalisierten die Währungshüter, dass sie die Zügel noch ein weiteres Mal anzuziehen gedenken: Bis Ende 2026 könnte demnach noch ein Erhöhungsschritt hinzukommen, bevor die Fed im kommenden Jahr in den Wartemodus schaltet. 

Nicht Trumps Wunsch

Ökonom Elmar Völker von der LBBW Research sagte: „Jetzt macht die Fed auch unter der Leitung von Kevin Warsh das Gegenteil dessen, was sich US-Präsident Trump wünscht. Die erneute Konfrontation zwischen Fed und Weißem Haus war indes absehbar, da die vom Nahost-Konflikt herkommenden Inflationsrisiken in den vergangenen Wochen gewachsen sind.“

Weiße-Haus-Sprecher Kush Desai sprach im Sender Fox News von einer „eher unglücklichen Entscheidung“. Die Fed habe aus Sicht der US-Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung dafür geliefert.

Lange hatten sich an den Finanzmärkten Zweifel gehalten, ob die Notenbank den Schritt nach oben wagen würde. Dies auch, weil Trump die unabhängigen Währungshüter immer wieder unter Druck setzte, die Zinsen entgegen der gängigen Lehrmeinung in Zeiten hoher Inflation zu senken. Trump hatte Warsh im Mai ins Amt gebracht. Dabei hatte er klargemacht, dass er von dem Neuen eine lockerere Linie erwartete, als sie Warshs Vorgänger Jerome Powell betrieben hatte.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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